Letzter Versuch zur Rettung des Unternehmens
Über 6500 Stellen bei Alitalia bedroht

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia erwägt nach Gewerkschaftsangaben die Streichung von rund einem Drittel der knapp 21 000 Arbeitsplätze als letzten Versuch zur Rettung des angeschlagenen Unternehmens.

HB ROM. Dem Sanierungsplan zufolge würde die verkleinerte Fluglinie unter dem Namen „AZ Fly“ mit rund 7000 bis 7500 Beschäftigten den Betrieb aufrechterhalten, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters nach einem Treffen von Alitalia-Chef Giancarlo Cimoli mit Gewerkschaftsvertretern aus den Kreisen am Dienstag. 6500 derzeitige Alitalia-Mitarbeiter sollten demnach künftig für einen ausgegliederten Unternehmensteil mit Namen „AZ Service“ arbeiten. Die übrigen 6500 bis 7000 Arbeitsplätze würden gestrichen. Die endgültigen Zahlen wollte Cimoli kommende Woche vorlegen. Alitalia nahm zu den Angaben nicht Stellung.

Die Reaktion der Gewerkschaft könnte entscheidend für die Zukunft der Fluggesellschaft sein, an der der italienische Staat die Mehrheit besitzt und der nach eigenen Angaben bis Ende September die Zahlungsunfähigkeit droht. Die Alitalia-Führung hat eine Einigung mit der Gewerkschaft bis zum 15. September gefordert, um einen von der Regierung verbürgten Überbrückungskredit über 400 Millionen Euro erhalten zu können. Alitalia hatte im vergangenen Jahr unter dem Strich einen Verlust von 520 Millionen Euro ausgewiesen. Die Schulden zu Ende März bezifferte die Firma mit 1,63 Milliarden Euro.

Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Verhandlungen belastete am Dienstag den Kurs der Alitalia-Aktien. Im Handel an der Mailänder Börse fiel er zeitweise auf ein Allzeit-Tief von 0,187 Euro bevor er sich im Verlauf mit einem Minus von rund 1,2 Prozent bei 0,191 Euro einpendelte. „Es steht tatsächlich auf des Messers Schneide“, sagte ein Branchen-Analyst. „Entweder die Gewerkschaften sind bereit zu verhandeln oder sie sind es nicht, und der Aktienkurs spiegelt dies wider.“

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