Leuchtenhersteller
Niederländer retten Hess aus der Pleite

Die einstige Philips-Sparte Nordeon übernimmt Geschäfte des angeschlagenen Leuchtenherstellers Hess. Im Herbst vergangenen Jahres war das Unternehmen an die Börse gegangen. Gegen zwei ehemalige Vorstände wird ermittelt.
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MünchenDer insolvente Leuchtenhersteller Hess hat einen Retter gefunden. Die einstige Philips-Sparte Nordeon übernehme ab Oktober das Stammgeschäft in Villingen-Schwenningen, den Vertrieb in Skandinavien sowie das US-Geschäft, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Rund 180 Mitarbeiter würden weiterbeschäftigt. Nordeon ging aus dem Leuchtengeschäft von Philips hervor und gehört dem niederländischen Finanzinvestor Varova. Die Holländer hatten Hess zuvor bereits die Hess-Tochter Vulkan abgekauft. Insolvenzverwalter Volker Grub zeigte sich nach einer schwierigen Investorensuche erleichtert. „Wir haben mit dem strategischen Investoren Nordeon eine ideale Lösung für Hess gefunden“, erklärte er. Finanzielle Details der Transaktion nannte das Unternehmen zunächst nicht.

Die im Schwarzwald ansässige Hess war im Herbst vergangenen Jahres an die Börse gegangen. Ende Januar hatte der Aufsichtsrat das Management vor die Tür gesetzt, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die beiden ehemaligen Vorstände sowie weitere Manager wegen des Verdachts der Bilanzfälschung und Verstößen gegen Insolvenz-Vorschriften. Der abberufene Vorstandschef Christoph Hess hat den Verdacht der Bilanzfälschung als nicht nachvollziehbar zurückgewiesen.

Die Familie des Firmengründers Willi Hess hatte bei dem Börsengang Kasse gemacht, der Finanzinvestor Holland Private Equity hatte als zweiter Großaktionär seinen Anteil beim Gang auf das Parkett reduziert. Die beim Börsengang federführende Bank LBBW erstattete Strafanzeige und fühlt sich betrogen. Laut der bislang letzten von Wirtschaftsprüfern testierten Bilanz setzte Hess im Geschäftsjahr 2011 rund 68 Millionen Euro um. Den Schuldenberg hatte der Insolvenzverwalter mit gut 100 Millionen Euro berechnet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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