Liberty Global
Bundeskartellamt will sich Kabel-BW-Übernahme vorknöpfen

Noch ist nicht sicher, ob Liberty Global seine Position als zweitgrößter Kabelnetzbetreiber Deutschlands ausbauen kann. Ob der Konzern wie geplant Kabel BW übernehmen darf, will das Bundeskartellamt prüfen.
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FrankfurtDas Bundeskartellamt will die Prüfung des Milliarden-Kaufs von Kabel BW durch den US-Branchenriesen Liberty Global an sich ziehen. Die Bonner hätten bei der EU-Kommission beantragt, den Fall nach Deutschland zu holen, sagte ein Kartellamtssprecher am Mittwoch.

Welcher Wettbewerbshüter die 3,2 Milliarden Euro schwere Transaktion unter die Lupe nimmt, bleibt damit weiter unklar. Eigentlich ist Brüssel allein schon wegen der Größe der beteiligten Unternehmen zuständig. Das Kartellamt argumentierte in seinem Antrag aber, dass die Akquisition in erster Linie für den deutschen Markt relevant sei und deshalb auch hierzulande geprüft werden müsse.

Die Chancen der deutschen Kartellwächter stehen nicht schlecht, da Brüssel ähnliche Anträgen bislang meist nachgekommen ist. Die Entscheidung darüber dürfte Mitte Juni fallen und könnte Branchenbeobachtern zufolge die Chancen von Liberty auf eine Genehmigung mindern. Das Kartellamt steht Zusammenschlüssen in der Kabelbranche traditionell skeptisch gegenüber. Einen Versuch des Branchenprimus Kabel Deutschland, seine Konkurrenten zu schlucken, verhinderten die Wettbewerbshüter Mitte des vergangenen Jahrzehnts, indem sie ihr Veto androhten.

Liberty hatte sich Ende März den Zuschlag für die baden-württembergische Kabel BW gesichert und will damit seine Position als zweitgrößter Kabelnetzbetreiber in Deutschland ausbauen. Zusammen mit seiner in Nordrhein-Westfalen aktiven Tochter Unitymedia würde Liberty dann rund sieben Millionen Haushalte mit Kabelfernsehen versorgen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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