Lichtblick für Schlecker-Frauen: „Wir werden 3000 Leute in Deutschland beschäftigen“

Lichtblick für Schlecker-Frauen„Wir werden 3000 Leute in Deutschland beschäftigen“

Der österreichische Investor Rudolf Haberleitner will in Deutschland 600 Filialen des ehemaligen Drogerie-Imperiums Schlecker aufmöbeln und zum Rund-um-Versorger ausbauen. Für ihn ist das mehr als ein reines Geschäft.
  • 3

DüsseldorfIm August hat Rudolf Haberleitner Schlecker Österreich mit 1350 Filialen in dem Nachbarland, aber auch in Italien, Polen, Belgien und Luxemburg dem Schlecker-Insolvenzverwalter abgekauft. Es wäre „verrückt gewesen, das nicht zu machen“, sagt der Österreicher.

Denn wie käme man sonst allein in Österreich an 900 fix und fertig eingerichtete Läden, fragt der 67-jährige Finanzinvestor. Die Geschäfte heißen jetzt „Dayli“ und sollen weit mehr als Drogerie-Artikel bieten – etwa auch frische Brötchen, die Vermittlung von Dienstleistungen und einen Bestellservice für Elektro-Artikel und andere Waren. Ab kommendem Jahr will er das Konzept nach Deutschland bringen. Unter anderem helfen dabei ehemalige Manager des Schlecker-Konkurrenten dm und des Lebensmittelhändlers Rewe.

Handelsblatt Online: Herr Haberleitner, was machen Sie besser als Anton Schlecker, der mit seinem Drogeriekonzept eine der spektakulärsten Firmenpleiten hingelegt hat?

Rudolf Haberleitner: Ich möchte gar nicht über Herrn Schlecker urteilen. Er hat wahnsinnig viel richtig gemacht und lange eine Menge Geld verdient, weil die Gewinnspannen bei Drogerieartikeln viel höher sind als bei Lebensmitteln und er sehr effektives Kostenmanagement betrieben hat.  Bei der Expansion in die Flächenmärkte unter der Marke „Ihr Platz“ hat er sich aber dann verzettelt. Auch gab es bei Schlecker kein wirkliches Controlling, die Übersicht hat einfach gefehlt.

Weshalb haben Sie sich für den Kauf des Unternehmens mit 1350 Filialen, vor allem in Österreich entschieden?

Schlecker hat in meinem Heimatland bis einschließlich 2010 nie Verlust gemacht. Und so viele Filialen auf einen Schlag serviert zu bekommen, die Chance bekommt man nur einmal.

Und dennoch ist Ihnen das nicht genug?

Nein, wir gehen auch in den deutschen Markt. Wir haben bereits 484 Ex-Schlecker-Filialen in Süddeutschland bis hinauf nach Rheinland-Pfalz ausgewählt und können die Standorte wiederbeleben. Wir verhandeln auch  über noch mehr Standorte in Berlin, Brandenburg und Thüringen. So planen wir, ab dem kommenden Jahr über 600 Standorte in Deutschland zu verfügen.

Seite 1:

„Wir werden 3000 Leute in Deutschland beschäftigen“

Seite 2:

Wie sollen die Kunden angelockt werden?

Seite 3:

Hoffnung für die Schlecker-Frauen

Kommentare zu " Lichtblick für Schlecker-Frauen: „Wir werden 3000 Leute in Deutschland beschäftigen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Als Betroffener.Es redet doch keiner über die vielen Schiksale der leerstehenden Immobilien.Für viele Vermieter war das eine Rentenversicherung!

  • Schlecker ist Staubladen und Staub will niemand lecken. Auch künftig nicht! Was soll dieser Wahnsinn: wir haben genug ausbeutende Ketten, verschiedenst aufgestellt. Niemand braucht diesen Verkäufermüll von 10 Lebensmittelketten. "Schlecker-Frauen" waren im Mittelalter Wäscheküche-Frauen.

  • Ich kann "Schlecker-Frauen" nicht mehr hören. Waren das echt nur Frauen? Das klingt wie Schmuddelkinder. Unwort des Jahres.

Serviceangebote