Lidl, Aldi und Co. Discounter sind auf den Fisch gekommen

Fisch wird in Deutschland immer beliebter. Die Discounter reagieren auf diesen Trend – und verstärken ihn. Das Frischfisch-Angebot bei Aldi, Lidl & Co. lässt den Konsum der Deutschen steigen.
Die Fische landen mittlerweile immer öfter in den Kühltruhen der Discounter. Quelle: dpa
Frischer Fisch

Die Fische landen mittlerweile immer öfter in den Kühltruhen der Discounter.

(Foto: dpa)

DüsseldorfBei der Frage „Fisch oder Fleisch“ fällt die Antwort der Deutschen recht eindeutig aus. Mit rund 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr liegt der Fleischverzehr der Bundesbürger noch immer gut viermal so hoch wie der Fischkonsum. Doch während der Fleischverbrauch seit Jahren rückläufig ist, ist der Fischkonsum im vergangenen Jahr erstmals wieder gestiegen – wenn auch „nur“ auf 14 Kilogramm. Einen Teil des Verdienstes für die wachsende Beliebtheit von Fisch können wohl die deutschen Discounter für sich beanspruchen.

Denn Aldi, Lidl und Co. sind dabei, den Markt für Frischfisch in Deutschland aufzumischen. War noch vor nicht allzu langer Zeit frischer Fisch vor allem in Fischfachgeschäften, auf Wochenmärkten und an den Fischtheken größerer Supermärkte zu bekommen, so reicht jetzt in aller Regel der Gang zum Discounter nebenan. Denn die Billiganbieter machten in den vergangenen Jahren gekühlten und unter Schutzatmosphäre verpackten Lachs oder Kabeljau zum festen Bestandteil des Angebots in ihren Kühltruhen.

Das sind die Discounter der Zukunft
Lidl mit neuem Filialkonzept
1 von 13

In Verona in Norditalien betreibt Lidl zwei Filialen, die zum Vorbild für neue Märkte auch in Deutschland werden sollen. Lidl-Chef Sven Seidel betonte im Handelsblatt-Interview, dass das Unternehmen sehr viel von den Erfahrungen im Ausland lernen kann: „Die Innovation kommt daher, dass sich die Zentrale mit den Ländern reibt und die Essenz dessen, was an neuen Erfahrungen gesammelt wird, für das gesamte Unternehmen nutzbar macht.“

Der Eingang
2 von 13

Allein schon auf der Fläche des großzügigen Eingangsbereichs der italienischen Pilot-Märkte hätte man früher fast einen gesamten Discounter gebaut.

Der Verkaufsraum
3 von 13

Breite Gänge, der Verzicht auf die abgehängte Decke, warme Farbtöne: In der Filiale will Lidl den Kunden künftig ein „großzügiges Raumgefühl“ geben. Das ist in deutschen Märkten meist noch anders. „Wenn Sie sich so manche Filialen älteren Baujahrs anschauen, dann ist vielerorts schon alles sehr kleinteilig“, räumt auch Lidl-Chef Seidel ein.

Die Präsentation
4 von 13

Auch bei der Präsentation der Waren erinnert nicht mehr viel an alte Zeiten, wo Artikel in Kartons auf Paletten standen. Die Kunden erwarten bald noch mehr Markenartikel und hochwertige Frischwaren. Trotzdem wird die Zahl der Artikel auch in Zukunft deutlich unter der der Supermärkte liegen.

Die Backstationen
5 von 13

Noch mehr Wert wird künftig auf frische Backwaren gelegt. Nur die Bedientheken wird man auch in Zukunft in einem Lidl vergeblich suchen. In irgendeiner Form muss sich Discount ja noch vom Supermarkt unterscheiden.

Die Kunden-WC
6 von 13

Eine überraschende Neuerung: Bei Neu- und größeren Umbauten will Lidl bald auch in deutschen Märkten Toiletten für Kunden anbieten.

Die Wickeltische
7 von 13

Erleichterung für junge Mütter und Väter: Sogar einen Wickeltisch für die jüngsten Kunden soll es in Zukunft im Discounter geben.

Die Folge: Allein 2014 erhöhten die Billiganbieter ihren Marktanteil bei Frischfisch nach Angaben des Hamburger Fisch-Informationszentrums (FIZ) auf 25 Prozent und verdrängten damit den Fachhandel vom zweiten Platz in der Verkaufsstatistik. Nur Verbraucher- und Supermärkte brachten zusammen noch mehr Fisch unters Volk. Und auch in diesem Jahr gehe der Siegeszug der Discounter wohl weiter, heißt es bei den Branchenkennern.

Vorreiter waren die Discounter Lidl und Netto. Netto bietet nach eigenen Angaben seinen Kunden bereits seit 2010 von Donnerstag bis Samstag ein wöchentlich wechselndes, frisches Fisch-Sortiment aus dem Selbstbedienungskühlregal an. Lidl offerierte seinen Kunden nach Angaben des Fachblatts „Lebensmittel Zeitung“ erstmals im Frühjahr 2014 in allen 3300 deutschen Filialen ein Frischfisch-Sortiment vom Lachsfilet bis zur Regenbogenforelle.

Doch die Konkurrenz zog bald nach. Auch Aldi hat inzwischen flächendeckend Lachsfilet, Kabeljaufilet und Alaska Seelachsfilet aus der Kühltruhe im Angebot. Die Kundenakzeptanz sei „sehr zufriedenstellend“, heißt es. Für die Discounter ist das Fischangebot doppelt lukrativ. Zum einen liegen die Preise und damit wohl auch die Gewinnspannen beim Frischfisch deutlich über denen bei Tiefkühlfisch. Zum anderen können die Discounter mit dem Produkt ihren Qualitätsanspruch unterstreichen.

Geflügelvermarkter wollen im Fischmarkt mitmischen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Lidl, Aldi und Co. - Discounter sind auf den Fisch gekommen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%