Lieferung am selben Tag

Das nächste große Ding des Online-Handels

Morgens bestellen, abends entgegennehmen: Online-Händler wollen die Lieferung am Bestellungstag anbieten. Es soll das „nächste große Ding“ werden. Doch bislang bleibt der Erfolg aus – weil es am Kundenwunsch vorbeigeht.
Zalando und viele andere Online-Händler wollen Pakete bereits am Bestellungstag liefern. Quelle: dpa
Zalando-Pakete

Zalando und viele andere Online-Händler wollen Pakete bereits am Bestellungstag liefern.

(Foto: dpa)

DüsseldorfZalando-Kunden aus Köln und Berlin können beim Online-Shopping zurzeit eine Überraschung erleben: Mit etwas Glück erhalten sie die neuen Schuhe oder Textilien schon am Tag der Bestellung nach Hause geliefert. Der Onlinehändler testet in den beiden Metropolen die Expresszustellung innerhalb weniger Stunden. „Wenn es gut ankommt, können wir uns vorstellen, den Service künftig fest in unser Angebot zu integrieren“, betont eine Unternehmenssprecherin.

Und Zalando ist nicht allein mit dem Tritt aufs Gaspedal. Amazon, Media Markt, Saturn und etliche andere Händler haben die „Same-day Delivery“ (deutsch: Lieferung am selben Tag) schon für etliche Produkte und ausgewählte Regionen im Angebot. Die Idee dahinter: Mit der Expresszustellung können die Online-Händler einen der letzten großen Vorteile der stationären Händler aushebeln: die sofortige Warenverfügbarkeit.

Der Haken für die Kunden: Sie müssen für das Expressangebot derzeit noch tief in die Tasche greifen. Amazon verlangt für seinen „Evening Express“ ohne Amazon-Prime-Mitgliedschaft 9,99 Euro pro Lieferung. Media Markt und Saturn bieten die Sofortlieferung in mehr als 80 Städten für einen Zuschlag von 14,95 Euro an.

Für viele Verbraucher wirkt der hohe Preis jedoch abschreckend. „Der Kunde in Deutschland möchte die Lieferung so schnell wie möglich, aber vor allem möchte er nichts dafür bezahlen“, weiß der Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH), Kai Hudetz, aus eigenen Umfragen.

Von Z wie Zalando bis Z wie Zalando
Platz 10: Zalando Lounge
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Zalando Lounge ist der Rabattwarenladen des Online-Versandhändlers. Nutzer dieses Portals müssen sich registrieren. Danach bekommen sie Angebote mit bis zu 70 Prozent Rabatt. Die Mitgliedschaft in der Zalando Lounge ist kostenlos.

Umsatz (2014)*: 71,8 Millionen Euro**

*Quelle: Statista, EHI Retail Institute

**umfasst Einnahmen der Online-Shops in Deutschland im Segment Bekleidung, Schuhe und Textilien

Platz 9: Walbusch
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Bis in die 1960er-Jahre verkaufte Walbusch neben Herrenkleidung auch Elektrorasierer und Haushaltswaren. Später konzentrierte sich der Konzern auf den Verkauf von Herrenmode. Bekannt ist das Unternehmen für sein Hemd mit dem Walbusch-Kragen ohne Knopf. Zunächst war Walbusch nur als Versandhändler tätig. Erst 2009 wurde die erste Filiale eröffnet. Im Handelsblatt-Interview erklärte Firmenchef Christian Busch: „Die Frau entscheidet, was gekauft wird“.

Umsatz: 72,2 Millionen Euro

Platz 8: C&A Online
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Einst hatte C&A die Konfektionsgrößen eingeführt. Seitdem avancierte der Modekonzern zu den größten Bekleidungsherstellern Deutschlands. C&A beschäftigt mehr als 36.000 Menschen. Seit 2008 bietet der Konzern seine Kleidung auch im Internet an. Allerdings ist der Anteil des Internetgeschäfts gemessen am Gesamtumsatz in Deutschland (über drei Milliarden Euro) noch gering.

Umsatz: 79,3 Millionen Euro

Platz 7: s.Oliver
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s.Oliver kommt nicht wirklich in Fahrt. Seit Jahren kämpft der Modekonzern mit wirtschaftlichen Problemen. Zwar konnte der Umsatz im vergangenen Jahr leicht gesteigert werden, doch das Online-Geschäft weist entgegen des Trends rückläufige Zahlen vor. 2013 lag der Online-Umsatz bei 127 Millionen Euro. Im Jahr darauf sanken die Einnahmen um mehr als 16 Millionen Euro.

Umsatz: 110,8 Millionen Euro

Platz 6: Brands-4-Friends
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Im Umsatzranking auf Platz sechs ist die Private Sale GmbH aufgelistet. Hinter dem Unternehmen steckt brands4friends.de. Das ist eine kommerzielle Online-Community, die im Internet eine spezielle Sortimentsausrichtung anbietet. Zugang zum Angebot erhalten Interessenten nach einer Registrierung. brands4friends.de bot im September 2007 in Deutschland als erste Mode-Online-Community ihren Dienst an. Seitdem konnten die Erlöse kontinuierlich gesteigert werden.

Umsatz: 114,6 Millionen Euro

Platz 5: Esprit
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Der Online-Handel hat dem Moderiesen Esprit stark zugesetzt. Erst nach und nach erholt sich der Konzern – auch dank eines eigenen Online-Angebots. Mit einem Umsatz von mehr als 162 Millionen Euro positioniert sich Esprit in Deutschland auf dem fünften Platz.

Umsatz: 162,5 Millionen Euro

Platz 4: Heine
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Die Heinrich Heine GmbH gehört zu den ersten Modeversandhändlern in Deutschland mit eigenem Online-Shop. Bereits 1996 konnten Kunden ihre Ware im Internet bestellen. Seit 2009 wird der Fokus auf das E-Commerce zunehmend verstärkt.

Umsatz: 204 Millionen Euro

Tatsächlich ist der Erfolg der Angebote noch überschaubar. Hatte die Unternehmensberatung McKinsey vor eineinhalb Jahren in einer Studie prognostiziert, „Same-day Delivery“ stehe vor dem Durchbruch, so sehen heute viele in der Branche die Entwicklung nüchterner. „Der Hype um die Belieferung noch am Tag der Bestellung ist etwas abgeflaut“, berichtet Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des E-Commerce-Verbandes bveh. „Für die meisten Kunden ist die zuverlässige Zustellung zu einem Zeitpunkt, an dem sie auch zu Hause sind, wesentlich wichtiger.“

„Der große Nachfrageschub ist ausgeblieben“
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