Lifestyle statt Filme
Beate Uhse will sich wandeln

Der Flensburger Erotikkonzern Beate Uhse sieht die gesamte Branche in einem tief greifenden Umbruch und will sich wandeln.

dpa-afx HAMBURG/FLENSBURG. "Neue Lifestyle-Trends eröffnen neue Wachstumschancen", sagte Vorstandschef Otto Christian Lindemann am Freitag in Hamburg. "Sex und Erotik gehören zunehmend zum normalen Alltag. Der Konsument von morgen will Sex mit Stil und Genuss." Dagegen bieten Sexfilme auf DVD, der einst wichtigste Umsatzträger der Branche, keine Wachstumschance mehr. Während Beate Uhse vor einem Jahrzehnt noch rund zwei Drittel des Umsatzes mit Filmen erwirtschaftete, seien es gegenwärtig nur noch 20 bis 30 Prozent.

Das Flensburger Unternehmen, das mehr als 90 Prozent aller Deutschen kennen, will nun auf die Kraft seiner Marke, Qualität und Innovation setzen. Die Einzelhandels-Geschäfte sollen nicht mehr im Rotlicht-Milieu und in Bahnhofsnähe, sondern in guten Innenstadt- Lagen der Metropolen angesiedelt sein und Männer wie Frauen ansprechen. Beate Uhse will neuartige Produktwelten inszenieren - etwa für die Generation über 50, für erotischen Schmuck, Düfte und Musik, sowie für "Sexy Night Life"-Artikel, das sind vor allem Dessous und allerlei Spielzeuge. Die Marken-Erneuerung, die fast in ganz Europa gelten soll, werde im zweiten Halbjahr beginnen und mehrere Jahre in Anspruch nehmen, sagte Lindemann. Er erwarte, dass etliche Konkurrenten in diesem Zeitraum aus dem Markt ausscheiden werden.

Im vergangenen Jahr verbuchte Beate Uhse wegen eines Wasserschadens im niederländischen Versandzentrum des Unternehmens rückläufige Umsätze und Gewinne. Der Umsatz reduzierte sich um 4,9 Prozent auf 271 Mill. Euro, der Gewinn vor Steuern (EBT) um mehr als 41 Prozent auf zwölf Mill. Euro. Der Schaden habe zehn Mill. Euro Gewinn gekostet, die jedoch im laufenden Jahr zum Teil durch eine Versicherungsleistung wieder ausgeglichen würden. Aus dem Jahresüberschuss von zehn (Vorjahr: 14,4) Mill. Euro erhalten die Aktionäre zehn Cent Dividende je Aktie.

Die Neuordnung des Aktionärskreises werde voraussichtlich im Mai abgeschlossen sein, sagte Lindemann weiter. Für den zum Verkauf stehenden Anteil des Beate-Uhse-Sohnes Ulrich Rotermund von aktuell 27,6 Prozent interessierten sich sowohl Finanzinvestoren als auch strategische Investoren. Eine Zerschlagung des Konzerns, über die in Medienberichten spekuliert wurde, sei aber unwahrscheinlich. Beate Uhse sei das stärkste Unternehmen der Branche und für die zukünftigen Herausforderungen besser gerüstet als die Konkurrenz.

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