Liquiditätsmangel
Spielzeughersteller Brio steht vor dem Aus

Auf Talfahrt: Der für seine Holzeisenbahnen weltberühmte schwedische Spielzeughersteller Brio steht kurz vor der Pleite. Der Verwaltungsrat befürchte einen baldigen akuten Mangel an Liquidität, teilte das Unternehmen mit. Ob der Mehrheitseigner Proventus zusätzliches Kapital zu Verfügung stellt, ist derzeit unklar.

HB STOCKHOLM. Das Unternehmen arbeite zurzeit nicht rentabel und benötige daher dringend eine Refinanzierung, hieß es im Jahresbericht der weltweiten Nummer eins für Holzspielzeug. Das Unternehmen ist schon seit zehn Jahren angeschlagen, zuletzt entließ es im November 30 seiner 400 Beschäftigten. Die derzeitige Wirtschaftskrise hat Spielzeughersteller hart getroffen. Im größten Spielzeugherstellerland China musste eine Vielzahl Fabriken schließen.

In Deutschland erwischte es den traditionsreichen Modelleisenbahnbauer Märklin. Das Unternehmen stellte vor rund einer Woche Antrag auf ein Insolvenzverfahren. Bei dem süddeutschen Traditionsunternehmen trafen Nachfrageschwäche und massive Managementfehler zusammen. Von der Insolvenz sind nur die deutschen Standorte betroffen. Märklin beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt 1 300 Menschen, in Deutschland sind es rund 650 in Göppingen und etwa 60 in Nürnberg.

Die Börse in Schwedens Hauptstadt stellte Brio nach der Mitteilung von heute unter Beobachtung. Von der Finanzgesellschaft Proventus als Mehrheitseigner hieß es, es sei noch nicht über eine Kapitalzufuhr entschieden worden. Proventus hatte Brio 2004 aus Familienbesitz übernommen und hält 60 Prozent der Anteile. Brio hatte einen Betrag von 300 Mio. Kronen (rund 27,3 Mio Euro) als notwendig bezeichnet. Der Aufsichtsrat soll am 13. März endgültig über eine Refinanzierung entscheiden. 2008 setzte Brio 304 Mio. Kronen (etwa 27,7 Mio Euro) um und fuhr einen Nettoverlust von 72 Mio. Kronen (rund 6,6 Mio Euro) ein.

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