Logistik
Anteilseigner fordert Aufspaltung der Post

Es ist ein schwieriger Tag für Post-Chef Frank Appel: Die Aktionäre machen ihm auf der Hauptversammlung die Hölle heiß. Harsche Kritik gab es mehreren Gründen. Auch der Name Zumwinkel fällt immer wieder. Und wo viel Kritik ist, sind spektakuläre Vorschläge nicht weit.

FRANKFURT. Der Deutsche Post stehen harte Zeiten bevor. Im ersten Quartal hätten sich die Umsatzrückgänge im Vergleich zum vierten Quartal 2008 über alle Produkte und Unternehmensbereiche hinweg verstärkt, sagte Post-Chef Frank Appel auf der Hauptversammlung des Logistikkonzerns in Frankfurt. Nach einem Einbruch des operativen Ergebnisses um fast 50 Prozent kündigte Appel eine Verschärfung des Sparkurses an. „Wir müssen uns auf den schlimmsten Fall vorbereiten“, sagte er.

Vor allem im Briefbereich schlage der derzeitige Nachfrageeinbruch unmittelbar auf die Ergebnisse durch. Deshalb sei die Post gezwungen, die Kosten zu senken. Bis zum Jahr 2010 will er konzernweit durch über 100 Einzelmaßnahmen eine Mrd. Euro einsparen. Die Post erwirtschaftet immer noch den Löwenanteil des Gewinns im Briefbereich und damit vor allem in Deutschland.

Konkrete Maßnahmen stellte Appel nicht vor. Er hofft aber auf ein schnelles Ende der Krise, da eine „Stabilisierung der Rückgangsraten beim Sendungsvolumen“ darauf hinweise, dass die Talsohle erreicht sei. Zudem mache die Restrukturierung des seit Jahren hochdefizitären Expressgeschäfts in den USA Fortschritte, die Verluste könnten voraussichtlich wie geplant weiter begrenzt werden.

Die Einstellung des gesamten US-Inlandsgeschäfts per Ende Januar sei nach Plan verlaufen, sagte Appel. Für die verbleibenden Transporte von Expresssendungen innerhalb Nordamerikas werde die Tochter DHL weiterhin mit den US-Frachtfluggesellschaften ABX Air und Astar Air Cargo zusammenarbeiten. Die Gespräche mit UPS über ein Abkommen in der Luftfracht seien beendet worden. „Wir brauchen UPS nicht mehr“, sagte Appel. Insgesamt hat der US-Ausflug die Post 7,5 Mrd. Euro gekostet. Der Konzern hatte 2008 rund 2,1 Mrd. Euro abgeschrieben und war dadurch in die Verlustzone geraten. In diesem und den folgenden Jahren sollen weitere 900 Mio. Euro abgeschrieben werden.

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