Logistik
Arvato drängt ins Pharmageschäft

Die Tochter der Bertelsmann AG will in der Logistik rund um Arzneimittel zulegen. Der Markt ist attraktiv: Pharmafirmen suchen verstärkt nach Möglichkeiten zur Kostensenkung und verschlankt dabei auch die eigene Logistik. Erste große Kunden hat Arvato schon aufgebaut.
  • 0

FRANKFURT. Handys, Bücher und CDs zu transportieren - das ist das Stammgeschäft der Bertelsmann Logistiktochter Arvato Services. Das Unternehmen startete als interner Dienstleister der Bertelsmann-Gruppe, doch mit zuletzt mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz ist aus Arvato längst ein namhafter Vertreter der deutschen Logistikbranche geworden. Mit der Konsumgütern allein gibt sich das Arvato-Management nicht mehr zufrieden: Künftiges Wachstum soll auch die Pharmabranche bringen.

Die Arzneibranche sucht verstärkt nach Möglichkeiten zur Kostensenkung und verschlankt dabei auch die eigene Logistik. "Immer mehr Pharmaunternehmen haben in Europa nur noch ein Kernlager für ihre Produkte", sagt Thorsten Winkelmann, Geschäftsführer von Arvato Services. Die Bertelsmann-Tochter will weitere Aufträge gewinnen: etwa für den Transport zum Großhandel, in Kliniken und in Apotheken, einschließlich Auftrags- und Rechnungsabwicklung.

Arzneibranche zentralisiert Logistik

Als einen der ersten großen Kunden im Pharmageschäft hat Arvato für das US-Biotechnunternehmen Biogen Idec die weltweite Distributionslogistik außerhalb der USA aufgebaut. Arvato entwickelte ein Konzept für die nationale Apothekenbelieferung in ausgewählten Ländern sowie für die internationale Distribution von temperaturempfindlichen Präparaten - die so genannte Kühlketten-Logistik.

Für die dänische Firma Lundbeck wiederum hat Arvato die Lieferketten in Europa neu zusammengesetzt. Ursprünglich hatte das Unternehmen in fast jedem Land eine eigene Logistik-Struktur. Arvato entwickelte eine paneuropäische Lösung und zentralisierte die Warenbestände für mehr als 15 Länder. Für den Laborausrüster Beckmann Coulter schließlich übernahm Arvato die gesamte europäische Distribution inklusive der Abwicklung des Rückgabe- und Transportmanagements für Reagenzien, Instrumente und Ersatzteile.

In dem Logistik-Markt zwischen Herstellern und Pharmagroßhandel tummeln sich neben Arvato Anbieter aus dem Pharmagroßhandel: Celesios Tochter Movianto beispielsweise oder CPL von dem Pharmagroßhändler Anzag. Zudem gibt es die in Familienhand befindliche Loxxess AG, zu deren Kunden der britische Pharmagroßhändler Alliance Boots gehört, und die von Pharmaherstellern gegründete Logistikfirma Pharmlog.

Movianto hat voriges Jahr europaweit rund 160 Millionen Euro Umsatz erzielt hat, Loxxess erlöste mit 1 350 Mitarbeitern rund 120 Millionen Euro. Arvato Services gibt keine detaillierten Zahlen zum Anteil des Pharmageschäfts bekannt. Geschätzt wird der Umsatz der Sparte mit 1 000 Beschäftigten auf rund 100 Millionen Euro.

Seite 1:

Arvato drängt ins Pharmageschäft

Seite 2:

Kommentare zu " Logistik: Arvato drängt ins Pharmageschäft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%