Logistik: Deutsche Post erfüllt Prognose

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Deutsche Post erfüllt Prognose

Die Deutsche Post hat im vergangenen Jahr ihr Gewinnziel erreicht. Dies hatte der Logistikkonzern allerdings auch erst im Herbst gesenkt. Mit Blick auf die dunklen Wolken über der Weltwirtschaft will die Post aber gegenwärtig lieber keine Prognose darüber abgeben, wie es weitergeht. Klar ist nur, dass kräftig gespart werden muss.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Post wird trotz des spürbaren Konjunkturabschwungs ihre Ergebnisprognose 2008 erreichen. „Wir haben im vergangenen Jahr energische Schritte eingeleitet, um die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren und die Barbestände zu erhalten“, teilte Post-Finanzchef John Allan mit. Dadurch sei es gelungen, die Gewinnerwartungen trotz der Verschlechterung des gesamtwirtschaftlichen Klimas zu erfüllen. Unter dem Strich steht nach zahlreichen Einmalbelastungen allerdings ein beinahe milliardenschwerer Verlust.

Allan räumte in dem Vorabbericht ein, dass sich das Sendungsvolumen im vierten Quartal 2008 in den meisten Geschäftsbereichen im Vergleich zum Vorjahr weiter abgeschwächt hat. In der Luft- und Seefracht habe dies „in vielen Teilen der Welt“ zu einem Rückgang in zweistelliger prozentualer Höhe geführt. Im Expressgeschäft mit Eilsendungen hätten sich die Sendungsmengen im vierten Quartal auch außerhalb der USA verringert mit Ausnahme der Regionen Osteuropa, Naher Osten und Afrika, wo die Volumina weiterhin im mittleren einstelligen Prozentbereich anstiegen. Im Briefgeschäft verzeichnet die Post dagegen weiterhin ein stabiles Geschäft.

Im Zuge der Finanzkrise hat sich das konjunkturelle Umfeld für Logistikkonzerne dramatisch verschlechtert, bestätigt Christian Obst, Analyst der Unicredit. Alle großen Konzerne von UPS über Fedex bis TNT und Deutsche Post hatten daher im Laufe des vergangenen Jahres teilweise wiederholt ihre Prognosen gesenkt. Sinkende Nachfrage und infolgedessen Auslastungsprobleme sowie steigende Refinanzierungskosten trotz fallender Zinsen machten es den Logistiktiteln zunehmend schwerer, meint Obst. Alle Firmen verzichten auf eine Prognose für 2009.

Analysten zeigten sich daher positiv überrascht, dass die Post ihre bereits im Oktober gesenkte Ergebnisprognose vor Einmaleffekten von 2,4 Mrd. Euro (Ebit) bestätigt hat und der Verlust (Ebit) mit Einmaleffekten deutlich geringer als eine Mrd. Euro sein soll. Sie hatten angesichts der massiven Rückgänge im Transportgeschäft mit einem etwas schlechterem Ergebnis gerechnet. In den Zahlen sind die Verluste der Finanztochter Postbank allerdings nicht enthalten, an der die Post auch nach dem Einstieg der Deutschen Bank noch einige Jahre beteiligt sein wird. An der Börse legte die Post-Aktie gegen den Trend leicht zu.

Als hohe Einmalbelastungen fallen bei der Post die drei Mrd. Euro Kosten für die Umstrukturierung des US-Expressgeschäfts, Firmenwertabschreibungen von rund einer Mrd. Euro im Bereich Logistik sowie Einmalbelastungen in anderen Geschäftseinheiten zwischen 400 bis 500 Mio. Euro an. Positiv schlägt dagegen eine milliardenschwere Rückzahlung der Bundesregierung in Folge eines gewonnenen EU-Beihilfeverfahrens zu Buche. Branchenkenner halten es angesichts der zahlreichen Sonderfaktoren für wenig erstaunlich, dass die Post ihre Prognose erfüllen kann. „Die Prognose war konservativ, und durch die Sonderfaktoren konnte viel hin und her gerechnet werden“, heißt es.

Einen Ausblick will Post-Finanzchef Allan nicht vor Ende des ersten Quartals vorlegen. Er erwartet, dass „das Geschäftsumfeld weiterhin schwierig“ bleibt. Doch hofft Allan, dass die Post angesichts des hoch diversifizierten Kundenstamms und weiterer Kostensenkungen eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds „relativ gut“ durchstehen werde.

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