Logistik
Griechische Reeder in schwerer See

Die globale Krise lässt die Frachtraten dramatisch einbrechen. Besonders die griechischen Reeder sind betroffen, die bis vor kurzem noch auf einer Welle des Erfolgs segelten. In der Krise zeigt sich: Die Schiffseigner haben bei den Werften zu viele neue Schiffe bestellt.

PIRÄUS. Auf der Reede vor Piräus wird es langsam eng. Täglich gehen hier weitere Schiffe vor Anker. Sie warten vergeblich auf Fracht - manche schon seit Monaten. Jetzt gerät auch die Handelsschifffahrt in den Strudel der Finanzkrise. Ein "Tsunami" rolle auf die Branche zu, meldet alarmiert die Athener Zeitung "Kathimerini".

Die griechischen Reeder sind besonders betroffen: Sie kontrollieren die zahlreichste Handelsflotte der Welt und gebieten über ein Fünftel der globalen Tonnage. Noch bis vor wenigen Monaten segelten sie auf einer Welle des Erfolges. Die zunehmende Nachfrage nach Rohstoffen ließ die Frachtraten steil ansteigen. Im Vertrauen auf weiteres Wachstum haben die Griechen allein 2007 bei den Werften 556 Neubauten im Gesamtwert von 31,8 Mrd. Dollar geordert - doppelt so viel wie im Jahr davor. Aber wie viele davon überhaupt gebaut und ausgeliefert werden, ist inzwischen fraglich.

Nach fünf Boomjahren schippert die Branche jetzt in eine tiefe Rezession. Binnen weniger Wochen sind die Erlöse drastisch eingebrochen. Wurden noch im Juli für Massengutfrachter der Capesize-Klasse (über 100 000 Tragfähigkeit, dwt) auf dem Spotmarkt Charterraten von rund 95 000 Dollar pro Tag erzielt, seien es zurzeit allenfalls 5 000 Dollar, sagte Giorgos Xiradakis, Chef des Schiffahrts-Beratungsunternehmens XRTC in Piräus dem Handelsblatt: "Diese Krise übersteigt alles, was wir bisher erlebt haben." Die Transport-Nachfrage sei abrupt weggebrochen.

Entsprechend steil gehen auch die Schiffspreise in den Keller. Ein neuwertiger Massengutfrachter, der noch vor drei Monaten 120 Mio. Dollar kostete, wird heute mit 50 Mio. bewertet - wenn sich überhaupt ein Abnehmer findet. Die Preise fallen besonders drastisch, weil die Werften auf riesigen Auftragsbeständen sitzen. Zwischen 2009 und 2011 sollten allein die griechischen Reeder 759 Neubauten abnehmen. Damit droht in den nächsten drei Jahren eine gewaltige Tonnageschwemme.

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