Logistik
Nachhaltige Lieferkette stärkt die Ertragskraft

Viele Manager unterschätzen die Logistik als Erfolgsfaktor für ihr Unternehmen. Besonders durch eine einwandfreie CO2-Bilanz können Unternehmen ihre Kosten senken. Eine Accenture-Studie zeigt weitere Einsparmöglichkeiten für die Transportbranche auf.

BERLIN. „Um gestärkt aus der Krise hervorzugehen und sich langfristig Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, muss das Lieferkettenmanagement zu einer strategischen Aufgabe werden“, sagt Kai Nowosel, Geschäftsführer im Bereich Supply Chain Management der Unternehmensberatung Accenture. Bei Firmen, die ihre Logistikprozesse im Griff hätten, liege die Gesamtkapitalrendite im Schnitt um fünf Prozent über dem Branchendurchschnitt. Die Schere werde sich weiter öffnen: „Zwei bis fünf Jahre nach einer Krise liegt der Unterschied bei zehn Prozent.“

Nowosel beruft sich auf eine aktuelle Studie von Accenture, für die weltweit mehr als 1 500 Logistik-Führungskräfte unterschiedlicher Branchen befragt wurden. Der Untersuchung zufolge arbeiten Unternehmen mit einem nachhaltigen Supply Chain Management (SCM) nicht nur überdurchschnittlich wirtschaftlich, sondern haben auch zufriedenere Kunden. Zudem finde hier ein Umdenken statt: Laut Accenture sind schon neun Prozent der Konsumenten bereit, deutlich mehr für ein Produkt auszugeben, wenn es aus einer nachhaltigen Lieferkette stammt.

Bislang allerdings arbeitet nur ein Bruchteil der Unternehmen an einer guten CO2-Bilanz. „Mehr als ein Drittel der Supply-Chain-Verantwortlichen weiß nicht einmal, wie viele Emissionen ihre Logistik überhaupt erzeugt“, sagt Nowosel. „Damit verschenken sie wertvolle Möglichkeiten, gerade in Zeiten erhöhten Kostendrucks ihre Ausgaben zu senken.“

Auf das Konto von Logistikunternehmen gehen fünf bis 15 Prozent der gesamten Emissionen, die ein Produkt insgesamt verursacht. Damit ist der Logistiksektor weltweit jährlich für rund 2 800 Megatonnen CO2 verantwortlich – ein Großteil davon durch den Transport auf der Straße.

Accenture hat eine ganze Reihe von Maßnahmen ermittelt, mit denen Logistiker ihren CO2-Ausstoß senken könnten (siehe Grafik). Die Umsetzung der Vorschläge allerdings erfordert langen Atem. „Je weiter verzweigt eine globale Lieferkette ist, desto schwieriger wird es, hier eine komplette Transparenz zu erzielen“, sagt Julia Wolf, Logistik-Expertin am Wiesbadener Supply Chain Management Institute der European Business School. Trotzdem sei es wichtig, von Anfang an alle Partner und Lieferanten einzubeziehen. Der Aufwand lohnt sich – das zeigt eine Umfrage des Instituts unter 400 Unternehmen aus verschiedenen Branchen. „Ein an grünen und nachhaltigen Prinzipien orientiertes Management der Lieferkette reduziert nicht nur die Kosten, sondern verbessert auch den operativen und finanziellen Erfolg“, sagt Wolf.

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