Logistik
Neue Wege für Autos in deutsche Geschäfte

Neuwagen asiatischer Hersteller kommen immer öfter aus Osteuropa – per Bahn. Hafenbetreiber setzen deshalb vermehrt auf Schienen. Der Logistiker BLG etwa investiert verstärkt in neue Waggons.
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BremenWenn Detthold Aden, Vorstandschef des Bremer und Bremerhavener Hafenbetreibers BLG Logistics, heute das Geschäftsjahr 2010 bilanziert, kann er die Wirtschafts- und Finanzkrise abhaken. Gleichwohl hat er auch schlechte Nachrichten zu verkünden: Der Import asiatischer Autos via Bremerhaven ist auch nach dem Ende der Krise rückläufig.

Der Grund dafür: Die Transportströme haben sich verändert. Statt per Seeschiff kommen japanische und koreanische Fahrzeuge immer häufiger per Zug nach Europa – und zwar aus den neuen Produktionsstätten der Asiaten in Osteuropa. Um im lukrativen Distributionsgeschäft zwischen Fließband und Autohändlern zu bleiben, will die BLG mit hohen Investitionen ihre erst kurz vor der Krise ins Leben gerufene Bahnsparte für Autotransporte ausbauen.

Nachdem die Häfen von der Krise besonders stark gebeutelt worden waren, kann Vorstandschef Aden heute Entwarnung geben. Zwar ist das Ergebnis des Rekordjahres 2008 mit 84 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) noch unerreicht, doch nach dem schwachen Jahr 2009 mit einem Ergebnis von 16 Millionen, schließt die BLG 2010 mit einem etwa doppelt so hohen Gewinn ab. Der Umsatz wird etwa 900 Millionen Euro betragen.

„Die Krise ist überwunden“, sagte Aden dem Handelsblatt. „Nach der Krise ist nicht mehr vor der Krise.“ Allerdings verschieben sich die Akzente im Geschäftsbereich Automobile, der etwa ein Drittel des Umsatzes bringt. Im vergangenen Jahr hat die BLG weltweit nach eigenen Angaben 5,44 Millionen Neufahrzeuge ausgeliefert – über Terminals in ganz Europa, über Straßen, Wasserstraßen und die Schiene.

2010 stieg der Export deutscher Autos nach Übersee nach dem schwachen Jahr 2009 wieder um 50 Prozent. Der Import aus Asien sank jedoch um zehn Prozent. Die rückläufigen Zahlen treffen die BLG doppelt: In Bremerhaven werden die importierten Pkw im Auftrag der Hersteller nämlich auch von der BLG veredelt – durch den Einbau von Sonderausstattungen wie Klimaanlagen oder Ledersitzen. „Auch dieses Geschäft ist extrem rückläufig“, sagt Aden. Im vergangenen Jahr wurden knapp 200000 Fahrzeuge behandelt, weniger als halb so viel wie in guten Jahren.

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