Logistik
Spediteure fahren auf Sparkurs

Die Wirtschaftskrise trifft die Logistik-Branche mit voller Wucht: Die Rezession führt zu spürbaren Einbrüchen. Besonders schlimm hat es die Transporteure erwischt. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung bezeichnet die aktuelle Lage als "katastrophal."

DÜSSELDORF. Die Wirtschaftskrise ist in der Logistik angekommen – und trifft die Betriebe mit voller Wucht. Eine einfache Rechnung hilft dabei, das Ausmaß der Flaute abschätzen: „Ein Prozent Wachstum der Weltwirtschaft bringt drei Prozent Wachstum für die Logistik“, sagt Frank Straube, Professor an der TU Berlin und stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung Logistik (BVL).

Was in Zeiten einer guten Konjunktur für volle Auftragsbücher sorgt, führt in der Rezession umgekehrt zu spürbaren Einbrüchen – der Internationale Währungsfonds geht für 2009 von einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung von 1,3 Prozent aus, was rund vier Prozent weniger Umsatz für die Logistik bedeuten würde. „Es gibt derzeit heftige Umsatzeinbrüche und Beschäftigungsprobleme“, sagt Peter Klaus, Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitglied der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft (ATL).

Besonders schlimm hat es in Deutschland laut Klaus die Transporteure erwischt. „Im weiträumigen allgemeinen Lkw-Ladungsverkehr, der ein Umsatzvolumen von weit über zehn Milliarden Euro repräsentiert, sind im ersten Quartal Nachfragerückgänge von 20 Prozent zu verzeichnen – in einigen Bereichen sogar noch deutlich mehr“, sagt Klaus. Viele der größeren Anbieter hätten deshalb Lkw-Kapazitäten in dieser Größenordnung vorübergehend stillgelegt und ihre Personalkosten durch Kurzarbeit reduziert. Noch versucht die überwiegende Zahl der Unternehmen, Entlassungen zu vermeiden – und verzichtet zunächst auf Einstellungen, wenn Mitarbeiter freiwillig kündigen.

Bereits in der Konjunkturanalyse zum vierten Quartal 2008 des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) stellt sich die aktuelle Lage „in katastrophalen Farben“ dar. Noch nie habe es bei Fuhrparkkapazitäten, Fahrpersonalbestand und Fahrzeugauslastung so schlechte Umfragewerte gegeben. Die Bilanz für die Betriebsergebnisse ist laut BGL die schlechteste seit fast vier Jahren gewesen. Zusätzliche Probleme bereitet den Transporteuren die Erhöhung der Lkw-Maut – nach Angaben des Verbands ist sie seit Jahresbeginn um durchschnittlich 50 Prozent gestiegen.

„Besonders hart trifft es die kleineren Unternehmen in der zweiten Reihe, die als Subunternehmer der größeren Logistik-Netzwerkunternehmen und Kontraktlogistiker arbeiten“, sagt Logistik-Experte Klaus. Von den 62 000 Transport-Dienstleistern in Deutschland haben mehr als 50 000 weniger als drei Lkws. Gerade sie arbeiten oft noch handwerklich, während die großen Konkurrenten mit qualifiziertem Personal und moderner Technik ihre Abläufe optimieren. „Hier gibt es auch Konkurse oder es wird sie in den kommenden Monaten noch geben“, prognostiziert Klaus.

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