Logistikbranche
Container-Boom lässt Reeder hoffen

In der Container-Schifffahrt wächst die Hoffnung, dass der seit letztem Jahr dramatische Verfall der Frachtraten gestoppt ist. Weltweit bestellen Reeder neue Superschiffe, die bis zu 13 000 der genormten Blechkisten transportieren können. Die hohe Logistik-Nachfrage führt schon jetzt zu Kapazitätsengpässen. Dabei werden die Engpässe im Hinterlandverkehr mehr und mehr zum Problem.

HAMBURG. Die deutschen Nordseehäfen rechnen bis 2015 mit einer Verdopplung des Umschlags, bis 2025 sogar mit einer Verdreifachung. Derweil müssen die Häfen sehen, wie sie die wachsende Container-Flut kanalisieren.

„Das Ladungsvolumen, das seit einem Jahrzehnt jährlich um zehn Prozent steigt, wird weiter wachsen. Wir rechnen damit, dass sich die Mengen weltweit etwa alle acht Jahre verdoppeln“, sagt Günther Casjens, Chef der Nordcapital-Gruppe. Das Hamburger Unternehmen hat derzeit 89 Schiffsfonds mit 98 Schiffen aufgelegt. Seine Reederei E.R. Schiffahrt zählt zu den größten Charter-Reedereien von Containerschiffen weltweit. Der Handelsboom zeige sich vor allem auf der Route Asien – Europa, auf der in die Container relativ hochwertige Güter wie Elektronik und Textilien gepackt seien. Profiteure seien zunächst die Charter-Reedereien, weil sie ihren Schiffsraum in der Regel für mehrere Jahre an jene Unternehmen vermieten, die regelmäßige Liniendienste auf den Weltmeeren betreiben. Der Boom treibt die Charter-Raten in die Höhe.

Auch bei den Linienreedern macht sich vorsichtiger Optimismus breit, vor allem im Containerverkehr von Asien nach Europa. „Bei den Frachtraten ist die Talsohle auf den Hauptrouten durchschritten. Hier ist eine klare Tendenz nach oben zu erkennen, die sich eher noch verstärken kann“, sagt Hapag-Lloyd-Vorstandschef Michael Behrendt. Ähnlich äußert sich eine Sprecherin der Reederei Hamburg Süd. Erholungstendenzen gebe es in verschiedenen Fahrtgebieten. Von Asien aus seien im Verkehr nach Europa sogar kräftige Steigerungen zu verzeichnen. Dem stünden aber erhebliche Kostenerhöhungen für die steigenden Brennstoffkosten und stark angezogene Zeitcharterraten für Containerschiffe gegenüber.

Um die hohen Brennstoffkosten in den Griff zu bekommen, schlägt Reeder Casjens vor: „Runter mit der Geschwindigkeit.“ Eine Zurücknahme der Geschwindigkeit von 21 auf 19 Knoten spare pro Schiff und Tag Energiekosten von bis zu 20 000 Dollar. Der Trip Asien – Europa verlängere sich zwar um zwei Tage. Doch damit würden die wachsenden Schiffskapazitäten weiter verknappt, was die Frachtraten steigen ließe.

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