Logistikbranche
Schienengüterverkehr bricht deutlich ein

Die Wirtschaftskrise hat in den ersten neun Monaten des Jahres zu einem massiven Einbruch der Gütertransporte auf deutschen Schienen geführt. Das Minus bei rund 20 Prozent. Es gibt aber erste Anzeichen, dass sich die Lage etwas bessert.
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HB WIESBADEN. Von Januar bis September wurden insgesamt 226,4 Mio. Tonnen Güter per Bahn transportiert und damit 20,3 Prozent oder 57,7 Mio. Tonnen weniger als in den ersten neun Monaten 2008, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Eine Betrachtung nach Quartalen zeige aber, „dass sich der ausgeprägte Negativ-Trend von Juli bis September abgeschwächt hat“.

Während Mengenverluste von 21,2 Prozent im ersten Quartal beziehungsweise 23,6 Prozent im zweiten Quartal zu verzeichnen waren, reduzierte sich das Minus im dritten Quartal auf 16,1 Prozent. Von Januar bis September ging die sogenannte Beförderungsleistung, das Produkt aus Tonnage und Weg, um 21,5 Prozent auf 69,8 Mrd. Tonnenkilometer zurück.

Die Statistiker erklärten den deutlichen Rückgang der Tonnage in den ersten neun Monaten auch mit einer Abnahme der grenzüberschreitenden Güterströme. So ging der Versand ins Ausland (insgesamt 30,5 Mio. Tonnen) um 29,6 Prozent, der Empfang aus dem Ausland (31,9 Millionen) um 30,3 Prozent und der Transitverkehr durch Deutschland (11,3 Millionen) um 30,8 Prozent zurück. Der prozentuale Rückgang im innerdeutschen Verkehr (152,7 Millionen) war mit einem Minus von 14,5 Prozent deutlich moderater.

„Die gegenwärtige Wirtschaftskrise schlägt sich deutlich in den Güterstrukturen des Eisenbahnverkehrs nieder“, erläuterten die Fachleute. Insbesondere die Stahl produzierende und verarbeitende Industrie habe durch ihren hohen Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen der Bahn einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Gütertransports.

Dies belegen nach Angaben des Bundesamts vor allem die Zahlen bei Eisen und Nichteisen-Metallen, Erzen und Metallabfällen sowie bei den festen mineralischen Brennstoffen. In diesen Bereichen wurden in den ersten drei Quartalen 2009 etwa 34 Prozent der Gesamttransporte, aber fast 39 Mio. Tonnen weniger befördert als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das seien mehr als zwei Drittel des Gesamtrückgangs von 57,7 Mio. Tonnen.

Weitere starke Abnahmen gab es demnach noch bei chemischen Erzeugnissen und bei „Besonderen Transportgütern“. Stabil oder sogar leicht zunehmend zeigten sich die Transportergebnisse von Steinen und Erden sowie von Mineralölerzeugnissen.

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