Logistiker Hermes
Paketversand in der Steilkurve

Amazon und Ebay sei dank: Weil die Deutschen immer mehr Waren im Internet bestellen, macht der Paketdienst Hermes einen Rekordumsatz. Zudem angeln sich die Hamburger jetzt eine prominente Aufsichtsrätin.
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HamburgEin endlos erscheinendes Band aus Holzschalen schlängelt sich durch die Halle. Auf den Schalen gleiten große und klein, braune oder weiße Pappkartons über das Förderband im Verteilzentrum West des Logistikkonzerns Hermes. Täglich kreisen so mehr als 150.000 Päckchen und Pakete durch die Sortieranlage in Hückelhoven in Nordrhein-Westfalen. Meist rattern die Paketschalen mit etwas mehr als zwei Metern pro Sekunde über die Schienen, bevor die Schalen hochkippen und ihre Last auf Rutschen werfen. Die Pakete landen dann in der Verladestelle und Lastwagen kutschieren sie zum Ziel.

Doch wenn besonders viel los ist, wie in der Vorweihnachtszeit, fahren die Techniker das Tempo der Anlage hoch auf 2,5 Meter die Sekunde. Bei dem Tempo drohen aber die Pakete in den Kurven vom Band zu fliegen. Deswegen kippen in den Kurven die Schalen automatisch etwas – und bilden so eine Art Steilkurve. So kann Hermes im hektischen Weihnachtsgeschäft täglich mehr als 250.000 Sendungen durch die Hallen schleusen.

Das bescherte dem Logistikkonzern nun einen Umsatzanstieg um sieben Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Dies sei das neunte erfolgreiche Geschäftsjahr in Folge, teilte die Tochter des Handels- und Dienstleistungskonzerns Otto in Hamburg mit. „Wir gehen davon aus, unsere positive Entwicklung fortzusetzen und 2013 erstmals einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro zu erreichen“, sagt Hanjo Schneider, Vorstandschef von Hermes Europe und bei der Otto Group Vorstand für den Bereich Service.

Paketdienste wie Hermes profitieren von dem boomenden Versandhandel über Online-Portale wie etwa Amazon oder der Auktionsplattform Ebay. Laut Schätzung des Marktführers Deutsche Post DHL belief sich das Volumen des deutschen Paketmarkts 2012 auf 7,8 Milliarden Euro. Ein Zuwachs von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Hermes will dementsprechend weiter in sein Geschäft investieren. Der Logistiker baut sein deutsches Versandnetz aus und eröffnet im Mai eine Niederlassung in Wilhelmshaven. Zudem richten die Hamburger Standorte in Shanghai, Hongkong sowie in Indien ein und planen Büros in den USA, Frankreich und den Benelux-Staaten. Angaben zum Gewinn macht das Unternehmen nicht. Wegen der hohen Investitionen und schwacher Margen sei er aber eher rückläufig.

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Kommentare zu " Logistiker Hermes: Paketversand in der Steilkurve"

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  • Naja "müssen", die werden ja nicht gezwungen da zu arbeiten....
    Als Kunde bin ich jedenfalls hochgradig zufrieden mit Hermes...

  • Hermes? Das sind doch die Scheinselbständigen, die für unter 1000€ 60h/Woche schuften müssen, ohne Urlaub. Und eine Krankenversicherung ist auch nicht drin.

    Und Herr Otto genießt seine Milliardengewinne!

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