Logistikkonzern auf Expansionskurs
Post will bis 2020 Weltmarktführer werden

USA, China, ganz Europa – die Post sieht noch viel Raum, ihr Geschäft international auszudehnen. Den will sie nutzen, selbst verlassene Standorte werden wieder attraktiv. Denn der Bonner Konzern hat ein ehrgeiziges Ziel.
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FrankfurtDer boomende Online-Handel soll der Deutschen Post bis 2020 die Weltmarktführung im Paketdienst bescheren. „Die Wachstumsfelder Paket und E-Commerce werden in Zukunft immer mehr an Bedeutung für uns gewinnen“, sagte Vorstandschef Frank Appel am Dienstag auf der Hauptversammlung in Frankfurt. „Wir haben vor, bis 2020 die globale Nummer 1 in diesem Geschäft zu werden“, fügte er hinzu. Dabei setzt die Post vor allem auf organisches Wachstum. „Es bedarf keiner großen Zukäufe mehr. Im Bedarfsfall sind jedoch kleinere Akquisitionen denkbar.“

Bei der Expansion hat der Bonner Konzern fast alle Regionen im Blick: „Wir denken an Europa, Amerika und Asien“, sagte Appel. Geprüft werde auch eine Rückkehr in solche Länder, die der Konzern wegen anhaltender Verluste verlassen hatte. Der Schwerpunkt liege aber auf dem Ausbau der Geschäfte in den bestehenden Märkten. Verabschiedet hatte sich die Post zum Beispiel 2010 aus dem inländischen Paketgeschäft in Frankreich und Großbritannien. Besondere Wachstumschancen sieht die Post in den Schwellenländern. Deren Umsatzanteil soll bis 2020 auf 30 Prozent von derzeit 22 Prozent steigen.

Den Anteilseignern stellte Appel auf Nachfrage eine höhere Ausschüttung in Aussicht, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen. Wenn sich das operative Ergebnis wie geplant verbessere, würden sich auch der Konzerngewinn und die Dividende entsprechend erhöhen. Die Post sehe eine Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent vor. Für das abgelaufene Geschäftsjahr billigten die Aktionäre am Dienstag auf der Hauptversammlung eine Anhebung der Dividende um 0,10 Euro auf 0,80 Euro.

Die Post profitiert von dem Trend, dass die Verbraucher ihre Waren zunehmend im Internet bestellen und sich dann per Paket nach Hause liefern lassen. Das macht Rückgänge im Briefgeschäft wett: Die in „Post - E-Commerce - Parcel“ (Pep) umbenannte Sparte, die rund ein Drittel des Umsatzes ausmacht, soll ihren operativen Gewinn (Ebit) bis 2020 jährlich um rund drei Prozent steigern. Davor hatte der Konzern dem Briefgeschäft wegen des Vormarschs der Email höchstens stabile Gewinne vorausgesagt. Für den größeren Bereich DHL - in dem das Expressgeschäft, die Luft- und Seefracht sowie Logistikdienstleistungen für Firmen gebündelt sind - peilt Appel ein jährliches Ebit-Wachstum von zehn Prozent an. Insgesamt soll das Ebit in diesem Jahr auf 2,9 bis 3,1 (2013: 2,86) Milliarden Euro und bis 2020 auf etwa fünf Milliarden Euro klettern, bekräftigte der Post-Chef die kurz- und mittelfristigen Prognosen.

Die Aktionärsvertreter äußerten sich zufrieden mit dem Kurs: „Sie haben geliefert“, fasste Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zusammen. Kritik wurde vor allem an den Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten äußert. Die Aktien, die seit Jahresbeginn 4,5 Prozent zugelegt und damit mehr als der Dax gewonnen haben, notierten am Dienstag knapp ein Prozent im Plus bei 27,68 Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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