Logistikkonzern
Dachser wächst durch Übernahmen im Ausland

Der Logistikkonzern Dachser transportierte 2013 mehr als 70 Millionen Waren durch die Welt. Auch beim Lebensmittelhandel spielen Ländergrenzen keine große Rolle mehr – nur ein Grund, weshalb der Umsatz kräftig zulegt.
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MünchenDer Logistikkonzern Dachser profitiert von dem grenzüberschreitenden Lebensmittelhandel in Europa. Im vergangenen Jahr steigerte der Konzern seinen Umsatz mit dem Transport von Fleisch- und Wurstwaren, Wein, Kaffee oder anderen Lebensmitteln um mehr als acht Prozent auf 620 Millionen Euro. „Handel und Industrie denken auch hier immer weniger in Ländergrenzen“, sagte Dachser-Chef Bernhard Simon am Mittwoch in München. Das Logistikgeschäft mit Lebensmitteln war der einzige Unternehmensbereich, der 2013 ohne Übernahmen kräftig zulegte.

Im Gesamtkonzern, zu dem unter anderem auch die Luft- und Seefracht gehört, trugen vor allem die spanischen Zukäufe Azkar und Transunion zu einem Umsatzsprung um mehr als 13 Prozent auf den Rekordwert von knapp fünf Milliarden Euro bei. „Dachser ist im vergangenen Jahr endgültig zum Weltunternehmen gereift“, sagte Simon, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt und in den vergangenen Jahren stark internationalisiert hatte.

Inzwischen hat Dachser 471 Standorte in 42 Ländern und beschäftigt knapp 25.000 Mitarbeiter weltweit. Im vergangenen Jahr transportierte Dachser fast 70 Millionen Warensendungen. An der Zentrale in Kempten im Allgäu hält der Enkel des Firmengründers aber trotz des globalen Wachstums fest.

Ohne die Übernahmen hätte das Wachstum im vergangenen Jahr nach Angaben von Simon nur bei 2,3 Prozent gelegen. „Wir bewegen uns im unserem Heimatmarkt Deutschland und den meisten größeren europäischen Logistikmärkten in weitgehend gesättigten Märkten.“ Auch im laufenden Jahr schließt er Übernahmen nicht aus, will sich aber vor allem auf das Wachstum aus eigener Kraft konzentrieren. „Es geht nicht mehr darum, starke Mengenzuwächse zu verdauen, sondern wertorientiert zu wachsen, um die Qualität noch mehr in den Vordergrund zu rücken.“ Zweistellige Zuwachsraten ohne große Zukäufe werde es aber nicht geben. „Wir müssen unsere Wachstumserwartungen anpassen.“

Sorgen bereiten Simon die möglichen Konsequenzen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde. Er befürchtet, dass Schulabgänger diesen als Anreiz sehen, um gleich mit der Arbeit zu beginnen statt erst eine Lehre zu machen. „Man wird sehr schnell über Jobs versuchen, an Geld zu kommen und hat dann die Ausbildung verpasst.“ Dachser setze bei seinem Nachwuchs vor allem auf das selbst ausgebildete Personal.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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