Logistikkonzern Post-Gewinn bleibt unter den Erwartungen

Der Boom bei Paket- und Expressdiensten beschert der Deutschen Post erneut Zuwächse bei Umsatz und operativen Gewinn. Allerdings hatten Analysten mit einem höheren Überschuss der Bonner gerechnet.
Update: 11.05.2017 - 12:27 Uhr 1 Kommentar

Trotz guter Zahlen: Darum verliert die Deutsche Post

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BonnDie Deutsche Post hat dank ihres boomenden Paket- und Express-Geschäfts Umsatz und operativen Gewinn gesteigert. Der Zuwachs im ersten Quartal fiel aber geringer aus als vom Markt erwartet, denn das lange kriselnde Frachtgeschäft macht der Post erneut Probleme. Diese sind aktuell aber nicht hausgemacht – vielmehr können die Bonner gestiegene Frachtraten nicht an ihre Kunden weitergeben. Das bremste den Ertrag.

Anleger warfen Post-Aktien aus ihren Depots, die Anteilsscheine brachen um rund vier Prozent ein. „Hier sind wir mit der Ergebnisentwicklung nicht zufrieden“, räumte Finanzchefin Melanie Kreis am Donnerstag ein. Sie rechnet aber mit Besserung und bekräftigte zugleich die Prognose für 2017 und die Mittelfrist-Ziele.

Den Umsatz steigerte die Post im Auftaktquartal um 7,3 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 1,4 Prozent auf 885 Millionen Euro - Analysten hatten hier allerdings mehr erwartet. Die Zahlen böten ein „gemischtes Bild“, hieß es bei Analysten der DZ Bank.

Im boomenden Paket-Geschäft steigerten die Rheinländer den Umsatz deutlich. Der operative Ertrag legte auf 425 (Vorjahr: 414) Millionen Euro zu. Immer mehr Kunden bestellen Waren bei Online-Händlern von Amazon bis Zalando, die Post liefert diese dann aus. Für Amazon stellt sie in Deutschland nun zudem frische Lebensmittel zu. Auch Konkurrenten wie UPS oder Fedex profitieren von Zuwächsen im Paket-Geschäft.

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Noch deutlicher stiegen die Gewinne im Express-Geschäft, hier kletterten sie um 11,5 Prozent. In der Frachtsparte sank das operative Ergebnis dagegen um mehr als 20 Prozent. Die Sparte war über Jahre ein Sorgekind der Post, eine Umstellung der Datenverarbeitung war fehlgeschlagen. Diese Probleme hat der Bereich gerade verdaut, nun muss er sich – ebenso wie Wettbewerber – mit wieder steigenden Frachtraten auseinandersetzen. Diese konnte die Post nicht vollständig an die Kunden weiterreichen.

Die Finanzchefin zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich dies in der zweiten Jahreshälfte bessern werde. „Wir müssen die Ergebnisse in der Frachtsparte klar steigern“, forderte Kreis. Dies sei auch zentral für das Erreichen der Ziele bis 2020, die unter anderem eine jährliche Steigerung des operativen Gewinns von über acht Prozent vorsehen.

Ein gelbes Sammelsurium
Schwindendes Kerngeschäft
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Nur noch ein Viertel trägt die Brief- und Paketzustellung zum 60 Milliarden Euro schweren Umsatz der Deutschen Post bei. Was kaum jemand weiß: Die Keimzelle des weltgrößten Logistikkonzerns ist 526 Jahre alt und geht auf den Habsburger Kaiser Maximilian zurück, der Franz von Taxis 1490 zu seinem Postmeister ernannte.

Gelb und Schwarz
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Noch heute trägt Deutschlands Post mit Gelb und Schwarz die Farben des österreichischen Herrschergeschlechts. Doch E-Mail und SMS verdrängen zunehmend Brief und Postkarte, sodass sich der Bonner Dax-Konzern auf benachbarte Geschäftsfelder konzentriert.

Eilige Zustellungen
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2002 kaufte die Deutsche Post den 1969 in San Francisco gegründeten Expressdienst DHL – und stieg damit in den Versand eiliger Sendungen ein. Über das weltweite Zustellnetz finden Dokumente und kleinere Ersatzteile ihren Adressaten oft schon am Folgetag der Sendungsaufgabe.

Schwere Lasten
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Ins internationale Speditionsgeschäft stieg die Deutsche Post 1999 mit dem Kauf des Frachtvermittlers Danzas ein. Seither gehören die Bonner, die dem neuen Geschäftsbereich später die Marke „DHL“ verpassten, zum Spitzentrio in der Luft-, See- und Lkw-Fracht.

Lagerservice
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Für umgerechnet 5,6 Milliarden Euro erwarben die Bonner 2005 den britischen Lagerservice-Anbieter Exel, um dessen Dienstleistungen danach unter der Marke „DHL“ anzubieten. In konzerneigenen Lagerhallen kommissioniert die Post-Tochter beispielsweise komplette Bausätze für Audi-Türen, um sie anschließend nach Ingolstadt zu liefern. Auch Pharmahersteller wie Stada sind Großkunden. Für sie verpackt DHL Medikamente und kommissioniert sie für die unterschiedlichen Absatzmärkte.

Lieferungen aus der Luft
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Seit drei Jahren tüftelt die Deutsche Post an unbemannten Flugobjekten, sogenannten Drohnen, die sie regelmäßig zur Nordsee-Insel Juist oder in den Alpen fliegen lässt. Über die Testphase ist das Projekt noch nicht hinausgekommen, weil behördliche Genehmigungen fehlen.

Supermarkt auf Rädern
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Durch den Einstieg beim Online-Versender Allyouneed ist die Deutsche Post seit kurzem auch Anbieter von Lebensmitteln. Innerhalb weniger Stunden liefert die Konzerntochter Erdbeeren, Hähnchenbrustfilets oder Katzenstreu bundesweit bis vor die Haustür.

Die Post hatte ihre Strategie 2020 im Jahr 2014 vorgelegt – nun zog sie Halbzeitbilanz. Sie setzt unter anderem auf die internationale Expansion des Paketgeschäfts, um auch außerhalb Deutschlands vom E-Commerce-Boom zu profitieren. Dabei ist der Konzern seit 2014 deutlich vorangekommen. Unter anderem in 22 europäischen Ländern ist er mit seinem Paketgeschäft vertreten und baut das Netz über Europa hinaus aus.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Logistikkonzern: Post-Gewinn bleibt unter den Erwartungen"

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  • Wie soll die Post auch noch Gewinne machen. Geht doch alles elektronisch.

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