Logistikkonzerne
Investoren strafen die Post ab

Überraschungen mag die Börse gar nicht. Und wenn sich die Deutsche Post etwas Positives damit bezwecken wollte, ihre Jahreszahlen nicht wie geplant am Donnerstagmorgen, sondern am Mittwochabend zu präsentieren, dann ist es fehlgeschlagen. Aktionäre senkten den Daumen und die Aktie ging in den Keller – aus interessanten Gründen.

DÜSSELDORF.

Enttäuschung über die gekürzte Dividende und den zurückhaltenden Ausblick haben die Aktien der Deutschen Post auf Talfahrt geschickt. „Was Post-Chef Frank Appel gesagt hat, hat nicht viel Mut für die Zukunft gemacht“, sagte Logistikexperte Horst Manner-Romberg von der Unternehmensberatung MRU. Er monierte, dass konkrete Ansätze für die Verbesserung des Geschäfts nicht zu erkennen seien. An der Börse brach die Aktie gestern um bis zu 13 Prozent ein und war einer der wenigen Verlierer im Dax.

Bereits am Mittwochabend hatte die Post erstmals seit dem Börsengang im Jahr 2000 einen Konzernverlust von fast zwei Mrd. Euro (inklusive Postbank) bekanntgegeben. Das Ergebnis wurde vor allem durch immense Abschreibungen auf das US-Express- und das Logistikgeschäft sowie den starken Einbruch in allen Sparten belastet. Zudem schlug der Konzern als Dividende für 2008 nun 60 Cent pro Aktie vor. Noch im Januar hatte der Vorstand bekräftigt, wie im Vorjahr 90 Cent je Aktie ausschütten zu wollen.

„Das schafft kein Vertrauen für 2009“, sagte Oliver Caspari, Analyst beim Bankhaus Lampe. Durch die Dividendenkürzung sinkt die Ausschüttungssumme um 363 Mio. Euro. „Wenn die Post dieses Geld braucht, um flüssig zu bleiben, sieht es wirklich düster aus“, sagte ein anderer Analyst.

Indirekt bestätigte Appel diese Befürchtungen. „ Wir gehen davon aus, dass 2009 für die gesamte Logistikbranche ein sehr hartes Jahr werden wird“, erklärte der Post-Chef gestern in einer Telefonkonferenz. Der Nachfragerückgang habe sich zuletzt weiter verschärft und „alle Regionen und die meisten Branchen erfasst“. Finanzvorstand John Allan räumte ein, dass die Gewinnmargen in den Sparten Express und Brief unter Druck gerieten.

Dort sind die Fixkosten konzernweit am höchsten. „Wir gehen davon aus, dass sich der Volumenrückgang in der ersten Jahreshälfte und sogar noch länger im selben Maße fortsetzen wird“, sagte Allan. Zugleich kassierte er das bisherige Ziel, 2009 vor Einmaleffekten ein höheres operatives Ergebnis zu erwirtschaften als 2008.

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