Logistikkonzerne
Transporteure dürfen wieder hoffen

Keine andere Branche hängt so sehr am Tropf des Welthandels, keine andere Branche ist durch die Krise so schnell und massiv eingebrochen wie das Transportwesen. Doch analog zur Weltwirtschaft gibt es nun erste Erholungszeichen im Logistiksektor. Welche Aktien schon jetzt Chancen bieten.

FRANKFURT. Im Juni verbuchte das verarbeitende Gewerbe mit 4,5 Prozent verglichen mit dem Vormonat das größte Auftragsplus seit zwei Jahren - vor allem dank deutlich gestiegener Bestellungen aus dem Ausland.

Analysten warnen derzeit aber noch vor verfrühtem Optimismus. "Wenn sich der Welthandel erholen sollte, werden natürlich alle Logistikunternehmen davon profitieren", sagt Ruxandra Haradau-Doeser von der Privatbank Metzler. "Allerdings sollte man genau hinschauen, welche Unternehmen sich vorbereitet haben und daher mehr profitieren werden als andere", warnt die Analystin. Beispielsweise tobt im Seefrachtgeschäft derzeit ein gnadenloser Verdrängungswettkampf zwischen den Reedereien.

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) könnte den Preiskrieg zwischen Maersk, Hapag-Lloyd und Co. als erste zu spüren bekommen. Weil die Frachtpreise durch massive Überkapazitäten ins Bodenlose gefallen sind, könnten die Containerschiffsbetreiber bald versuchen, die Hafengebühren zu drücken, um selbst Kosten zu sparen. "Wenn es aber wirklich zu einer Erholung des Welthandels kommt, wird der Aufschwung nicht am Hamburger Hafen vorbeigehen", sagt Logistik-Analyst Nils Machemehl von der BHF Bank. "Wir sehen bis Ende des Jahres noch Zuwachspotenzial und haben deshalb ein Kursziel von 50 Euro für die Aktie".

Andere Marktbeobachter sind weniger optimistisch, momentan halten sich die Kauf- und Verkaufsempfehlungen der Experten in etwa die Waage (s. "Urteil der Analysten"). Nach dem dramatischen Einbruch des Welthandels im vierten Quartal 2008 hat die HHLA-Aktie aber seit März bereits eine Rally von etwa 17 Euro auf momentan knapp 31 Euro hingelegt (s. Grafik).

90 Prozent des Welthandels und 75 Prozent der deutschen Exporte laufen über den Seeweg. Eine Erholung des Handels wird aber Zeit brauchen. "Ich glaube nicht, dass wir vor Ende 2010 wieder die historischen Handelsvolumina von Mitte 2008 erreichen werden", dämpft Christian Obst von der Unicredit die Erwartungen.

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