Logistikmarkt
Braun gegen Gelb

Der US-Logistikriese UPS will die Welt erobern – genau wie die Deutsche Post. Längst prallen die beiden Konzerne auch in ihren jeweiligen Heimatmärkten aufeinander.

LOUISVILLE. Eine antike Messingglocke steht in der Zentrale des weltgrößten Paketdienstes UPS in Atlanta. Das Geschenk eines Chicagoer Eisenbahnbarons schlug vor Jahrzehnten jedesmal, wenn der Transportdienst einen weiteren US-Bundesstaat beliefern durfte. Bis 1975 kämpfte UPS mit Schranken im inneramerikanischen Warenverkehr. Im März 2001 läutete die Glocke erneut, diesmal zur Feier des ersten UPS-Direktflugs nach China. „Hunderte kamen zur Zeremonie, es war rührend“, erzählt ein Mitarbeiter.

Expansion gehört zu UPS wie die typischen Kastenwagen und die braunen Uniformen. Seit der Gründung 1907 wächst das US-Unternehmen – erst in den Vereinigten Staaten, heute im Rest der Welt.

Den Drang in neue Märkte und Regionen teilt das US-Unternehmen mit dem Bonner Konkurrenten Deutsche Post. Beide stoßen immer häufiger aufeinander – in China, Europa und Amerika, bei Paketen, Gütertransporten und der Verwaltung kompletter Lieferketten. Der braune und der gelbe Riese setzen auf die Konsolidierung des weltweiten Logistikmarkts. „Wir glauben, dass globale Unternehmen mit global aufgestellten Logistikpartnern zusammenarbeiten wollen“, sagt UPS-Vorstand David Abney, verantwortlich fürs Auslandsgeschäft. So begründet auch Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel seinen Drang ins Ausland.

Wie UPS sich die Zukunft der Logistik vorstellt, lässt sich am globalen Transportdrehkreuz des Konzerns im amerikanischen Louisville besichtigen. Bis zu hundert Flugzeuge starten und landen dort nachts, um rund eine Million Sendungen rund um die Welt zu transportieren. Ein wachsender Teil der Fracht kommt direkt aus den sechs UPS-eigenen Lagerhäusern, die wenige hundert Meter von der Landebahn entfernt liegen. UPS übernimmt nicht nur Lagerhaltung und Auslieferung, sondern oft auch Auftragsannahme, Zahlungsverkehr und Kundenservice. „Wir kümmern uns um die komplette Logistik, damit die Kunden sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können“, sagt Lagerhaus-Chef Mark Hale.

Die Deutsche Post drängt ebenfalls in diese so genannte Kontraktlogistik. Sie kaufte für rund 5,6 Mrd. Euro Exel, Weltmarktführer in diesem Bereich. Laut Branchengerüchten umwarb auch UPS das britische Unternehmen. UPS-Vorstand David Abney kommentiert dies nicht, sagt aber: „Wir suchen weiterhin nach Zukäufen und können uns auch große Akquisitionen leisten.“

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