Logistikzentrum
Auch Amazon zieht es nach Leipzig

Der weltgrößte Internet-Einzelhändler Amazon hat soviel zu tun, dass er ein neues Logistikzentrum braucht. Das wird bei Leipzig entstehen. Dort haben sich schon andere Großunternehmen wie die Post-Tochter DHL oder der Autobauer BMW angesiedelt. Grund war nicht zuletzt die Unterstützung der Stadt bei der Suche nach Mitarbeitern.

HB LEIPZIG. In den kommenden drei Jahren sollen 400 feste Arbeitsplätze entstehen, teilte Amazon am Dienstag mit. Der Investor Eurinpro, der das Logistikzentrum für den Internet-Händler baut und anschließend an Amazon vermietet, hatte zudem von saisonalen Kräften gesprochen. Bis zu 800 Menschen sollten zu Spitzenzeiten in dem Logistikzentrum Arbeit finden, hatte es geheißen. Zu der Zahl wollte Amazon keine Angaben machen. Weltweit beschäftigt Amazon 12 000 Menschen.

Der neue Standort in Leipzig ist laut Amazon eine Ergänzung zum bisherigen Sitz im hessischen Bad Hersfeld. Von dort aus beliefert das Unternehmen seine Kunden mit Unterhaltungselektronik, Fotogeräten, Büchern, Filmen und Tonträgern. Aber auch Produkte aus den Bereichen Haus und Garten sowie Küche und Kinderwelt sind im Angebot.

Den Standort Leipzig hat Amazon wegen seiner zentralen Lage in Europa gewählt. Der Neubau sei wegen der knapp gewordenen Kapazitäten im bisherigen Lager nötig geworden. Wie in Bad Hersfeld wird auch von Leipzig aus die komplette Produktpalette ausgeliefert. Das neue Logisitikzentrum mit seinen 70 000 Quadratmetern – etwa 11 Fußballfelder – soll im dritten Quartal 2006 eröffnet werden.

Um die zu erwartende Flut von Bewerbern für die 400 Stellen bewältigen zu können, bedient sich Amazon wie schon DHL und BMW der städtischen Arbeitsvermittlungsfirma PUUL. Die Abkürzung steht für Personelle Unterstützung von Unternehmen Leipzig. Die Firma mit Sitz im Leipziger Osten gehört mittlerweile fest zum Konzept der Stadtverwaltung beim Anwerben von Großinvestoren. Nur die Besetzung der Management-Ebene in Leipzig nimmt Amazon in eigener Regie vor.

PUUL unterhält ein eigenes Callcenter und trifft für Unternehmen eine Vorauswahl unter den Bewerbern. „Wir lenken den Bewerberstrom auf uns und trennen die Spreu vom Weizen, damit BMW es nur mit qualifizierten Leuten zu tun hat“, sagte Geschäftsführer Torsten Oertel einmal, als er die Arbeit für BMW beschrieb. Der Autobauer hatte in Leipzig ein Werk für 1,3 Mrd. Euro errichtet. Hier wird seit März 2005 der 3er BMW gefertigt. Bei voller Auslastung sollen in Leipzig Ende 2006 gut 650 Autos pro Tag vom Band rollen. Die Zahl der Arbeitsplätze soll bis dann auf 5 500 steigen.

DHL will mit seinem neuen Luftdrehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle 3 500 neue Arbeitsplätze bis 2012 schaffen. Weitere 7 000 Arbeitsplätze seien im Umfeld zu erwarten. Alleine Lufthansa Cargo, die einen Teil ihrer Transport-Flugzeuge in Leipzig stationieren wird, benötigt 400 Mitarbeiter. Das neue Logistikzentrum soll Anfang 2008 in Betrieb gehen und 300 Mill. Euro kosten.

Die Post hatte neben Leipzig und Vatry ursprünglich auch Brüssel als Standort für die Drehscheibe geprüft. Die Stadt war aber aufgrund eines Dauerstreits zwischen DHL und den regionalen Behörden um Nachtflüge aus dem Rennen geschieden. Brüssel soll künftig nur noch die Rolle eines regionalen Drehpunkts spielen.

Weitere Konzerne, die es nach Leipzig gezogen hat, sind Porsche und Siemens mit jeweils millionenschweren Investitionen und hunderten Mitarbeitern.

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