Lokführer-Arbeitskampf: Medienbericht: GDL plant „Eskalation“

Lokführer-Arbeitskampf
Medienbericht: GDL plant „Eskalation“

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BerlinDie Lokführergewerkschaft GDL plant im Arbeitskampf eine Ausweitung ihrer Streiks.

„Wir sind bestrebt, die Eskalation zügig voranzutreiben“, kündigte der Berliner GDL-Bezirkschef Frank Nachtigall in der „Berliner Zeitung“ (Freitag) an. Nach den sechsstündigen Ausständen im Personenverkehr vom Donnerstag solle es zügig weitergehen. „Wir werden ohne lange zu warten die nächste Aktion planen“, sagte Nachtigall. Eine monatelange Hängepartie sei nicht das Ziel der Gewerkschaft im Verhandlungskampf mit der Deutschen Bahn und mehreren privaten Eisenbahnbetreibern. Möglich sei allerdings, dass die Berliner S-Bahn vom nächsten Streik ausgenommen wird. „Wir haben noch nicht entschieden, ob wir sie dann wieder einbeziehen“, sagte Nachtigall.

Die sowieso geplagte S-Bahn in der Hauptstadt war bei Warnstreiks zuletzt verschont worden, wurde dann am Donnerstag aber ebenfalls lahmgelegt. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky hatte zuvor am Donnerstag noch angekündigt, die Streiks nicht unmittelbar fortsetzen zu wollen. „Die GDL wird nun eine Pause machen, damit sich die Arbeitgeber besinnen können“, sagte er.

Nachtigall warb in der Bevölkerung für Unterstützung für die Arbeitskampfmaßnahmen. „Hätten wir eine Aktionsform, die Fahrgäste nicht oder nicht so stark belastet, würden wir sie sofort wählen. Eine solche Möglichkeit haben wir jedoch nicht“, sagte er der „Berliner Zeitung“ und fügte an: „Was wir tun, ist nicht kriminell.“

Der bisher heftigste Streik am Donnerstag hatte den Güter- und Personenverkehr in Deutschland massiv getroffen. Viele Personenzüge waren von 4.00 bis 10.00 Uhr lahmgelegt worden. Zuvor hatte die Gewerkschaft bereits dreimal zu Warnstreiks aufgerufen, die aber jeweils nur zwei bis drei Stunden lang waren. Die GDL möchte dadurch einheitliche Tarifbedingungen für etwa 20 000 Lokführer der Deutschen Bahn (DB) und weitere rund 6000 bei der DB-Konkurrenz durchsetzen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Frage ist, darf man jedes Mittel einsetzen um seine persönlichen Ziele durchzusetzen ?
    Die privaten Bahngesellschaften trifft der Streik kaum. Sie erhalten ihr Geld größtenteils durch die Zuwendungen der Kommunen und über Zeitkarten. Sie sind also abgesichert. Bei einem Streik sparen sie Betriebskosten bei ähnlichen Einnahmen (Streik=höhere Gewalt -> Kommunen zahlen). Nur wenn die Bevölkerung blutet und schreit wird Druck erzeugt.
    Rechtlich darf die Gewerkschaft das, wenn man aber den Ursprung der Gewerkschaft sieht muss man sich fragen, wo kommt sie her und wo will sie hin ?
    Sie verkommt gerade von einer Solidargemeinschaft zu einer Vertetung von isolierten Gruppeninteressen.
    Da Gewerkschaften nur durch die Mitglieder leben frage ich mich, welche Moralvorstellungen haben diese ?
    Darf ich meine Rechte um jeden (diesen) Preis durchsetzen ?
    Ich stelle an meine Freunde und Kollegen andere Ansprüche !

  • Die Gier der Ellbogen-Gewerkschaften.
    Gewerkschaften sind im Ursprung Solidargemeinschaften, was die neuen SpartenKampfEinheiten (der Begriff Gewerkschaft würde hier in den Dreck gezogen werden) aber produzieren ist eine Spaltung der Belegschaft und Abgrenzung zur Bevölkerung!
    Ihre Botschaft gegenüber den Kollegen und der Bevölkerung ist: WIR sind mehr Wert als IHR, wie es dir geht ist uns egal, solange WIR mehr bekommen. Wir wissen, dass wir unsere Ziele nur auf deine Kosten erreichen können, aber das nehmen wir gerne in kauf. Dass du dafür die Zeche interessiert uns das nicht.
    Das Recht auf Streik beinhaltet eigentlich die Pflicht, damit verantwortungsvoll umzugehen.
    Die GDL nimmt sich aber das Recht, Kollegen und die Bevölkerung vorsätzlich zu schädigen!
    Die Schädigung ist ja noch nicht mal ein Kollateralschaden sondern das ZIEL der Streiks. Die Bevölkerung mit möglichste geringem eigenen Aufwand maximal zu schädigen.
    Und verantwortlich ist nicht die Gewerkschaft als solches, sondern jedes einzelne Mitglied. Jedes einzelne Mitglied hat die Möglichkeit sich von einer an Gesamtinteressen orientierten Gewerkschaft vertreten zu lassen, wählt aber die Ego-Kampf-Einheit.
    Mein Kollege, Freund, Sportskamerad wäre das nicht mehr !

  • Warum reden wir eigentlich immer über die Gier der Manager?
    Rechtfertigt der Wunsch der Lokführer nach - schon wieder - mehr Geld denn die erneute Schädigung der Mitbürger in einem solchen Ausmaß?
    Sicher haben die Lokführer keinen einfachen Beruf, aber schwerer als der eines Polizisten ist er sicher nicht - und der verdient deutlich weniger Geld. Bei einer besseren Ausbildung und genausoviel Schichtdienst. Und 11% mehr Geld wird es im ÖD nie geben!

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