Lokführer bleiben hart
Bahn-Chef Mehdorn kommt nicht zur Ruhe

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA haben sich nach wochenlangen Verhandlungen am Montag mit der Deutschen Bahn auf eine deutliche Gehaltserhöhung geeinigt. Bahnchef Hartmut Mehdorn spricht von einem Abschluss, der weh tue. Dennoch müssen Bahnkunden am Dienstag wieder mit erheblichen Behinderungen rechnen.

HB BERLIN. Mehdorn und die Vorsitzenden der Gewerkschaften Transnet und GDBA lächelten nicht gerade strahlend nach dem Ende ihres harten Tarifpokers. Eigens für den Händedruck war aber immerhin eine Zuganzeige-Tafel in den Saal eines Berliner Hotels gebracht worden. „Tarifabschluss 2007“ stand darauf als symbolisches Fahrtziel, das beide Seiten Minuten vorher erreicht hatten. Für rund 134 000 Beschäftigte des Konzerns bedeutet dies deutlich mehr Geld - das Einkommensplus von 4,5 Prozent ist das höchste seit Beginn der Bahn-Sanierung vor 13 Jahren. Aufatmen können Mehdorn und die Kunden aber nicht: Die Lokführergewerkschaft sitzt nicht mit im Boot und droht für Dienstag erneut mit Stillstand im bundesweiten Zugverkehr.

Dass ihm die Zustimmung zu dem kräftigen Aufschlag nicht gerade leicht gefallen war, wollte Mehdorn am Montag nicht verbergen - allein die vereinbarte Einmalzahlung von 600 Euro für Juli bis Dezember dieses Jahres schlägt mit mehr als 80 Mill. Euro zu Buche. Im Interesse der Fahrgäste habe die Bahn aber weitere „unverantwortliche Streiks“ abwenden wollen, argumentierte Mehdorn. „Daher haben wir am Ende trotz großer Bedenken diesem Kompromiss zugestimmt.“ In einer zehnstündigen Nachtsitzung plus Verlängerung am Montagvormittag legten die Verhandler der Bahn denn auch Schritt für Schritt nach: von 3,4 über 3,9 bis schließlich auf 4,5 Prozent.

Mehrmals hatten sich die Delegationen von Transnet und GDBA mit ihrer ebenfalls in Berlin einberufenen Tarifkommission abgestimmt, um den Druck in der heißen Phase hoch zu halten - das Gremium hätte rasch wieder den Beginn neuer Warnstreiks beschließen können. „Das zähe Verhandeln hat sich gelohnt“, bilanzierte Transnet-Chef Norbert Hansen zufrieden. Und hob hervor, dass die Beschäftigten nach den mageren Jahren der Sanierung nun ein sattes Gehaltsplus bekommen, wie es die hervorragende Geschäftsbilanz der Bahn hergebe. Um Zustimmung für das Ergebnis warben Hansen und der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel allerdings nicht nur mit Blick auf die eigenen Mitglieder - ausstrahlen soll die Magie der 4,5 Prozent auch auf die Kollegen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Seite 1:

Bahn-Chef Mehdorn kommt nicht zur Ruhe

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%