Lokführer gegen Deutsche Bahn
Der Streik geht weiter

Trotz vorläufiger Anzeichen einer Annäherung gibt es keinen Vergleich im Bahnstreik. Die Richterin weist die Streikverbot-Klage der Deutschen Bahn ab. Doch damit will sich der Konzern nicht abfinden.
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FrankfurtMit einer Einstweiligen Verfügung wollte die Deutsche Bahn den Lokführerstreik stoppen. Doch das Gericht lehnte die Klage der Bahn ab: Der Streik der Lokführer ist nach einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt rechtens.

Laut Urteil verstößt der Arbeitskampf nicht gegen die Friedenspflicht und ist auch verhältnismäßig. "Streiks haben große Auswirkung und Schäden. Aber das ist nun einmal Wesen eines Streiks", sagte Richterin Ursula Schmidt.

Ob die Lokführer - wie von ihrer Gewerkschaft GDL geplant - bis Montagmorgen durchstreiken können, ist aber noch unklar: Die Bahn werde Berufung gegen den Spruch des Arbeitsgerichts einlegen, sagte Konzernanwalt Thomas Ubber. Die Verhandlung bei der nächsthöheren Instanz dürfte einer Gerichtssprecherin zufolge voraussichtlich am Freitag um 10.30 Uhr beginnen.

Die GDL hatte am Mittwochnachmittag mit Streiks im Güterverkehr begonnen. Seit Donnerstagmorgen ist auch der Personenverkehr betroffen. Aufgrund eines Notfahrplans fuhren der Bahn zufolge dennoch etwa ein Drittel der Züge.

Kern des Konflikts ist, dass GDL-Chef Claus Weselsky nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer verhandeln will, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Die Vertretung dieser Gruppe beansprucht aber die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für sich. Die Bahn wiederum lehnt konkurrierende Gehaltsabschlüsse ab.

Aus Sicht ihrer Konkurrenten trägt die Deutsche Bahn AG eine Mitschuld an der verfahrenen Lage. Bei Wettbewerbern seien parallele Tarifverträge eher die Regel denn die Ausnahme, sagte Engelbert Recker, Hauptgeschäftsführer des Nahverkehrs-Branchenverbands Mofair, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). „Das ist nur eine Frage der betrieblichen Organisation.“

Kommentare zu " Lokführer gegen Deutsche Bahn: Der Streik geht weiter"

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  • Ein Streik muß wehtun, sonst ist es keiner! Wartet erstmal ab, wenn wir hier Verhältnisse haben wie heute und gestern in Brüssel und GB! Der Dummdeutsche wurde wiedermal in seiner realsozialistischen Hamsterradwohlfühlatmosphäre gestört! DAS ist der Grund für die hohen Meinungsumfragewerte gegen die GDL! Und die Verlogenheit der Medien, welchen ich mittlerweile vorwerfe, Umfrageergebnisse zu fälschen! Das ist Hofberichterstattung vom Allerfeinsten! Man stelle sich vor: Die BLÖD veröffentlicht Adresse mit Foto des GDL-Chefs!!! Das ist Aufruf zu Straftaten und somit strafbar. Ach so, es war ja nur eine Zeitung. schutz der Medien, Meinungsfreiheit, Journalismus... welch Heuchelei! meinungsfreiheit für den Bürger bzw. Leser? Sucht man immer öfter vergeblich! Verantwortlich ist der Bund, welcher sich nicht entblödet, sich "Mangern" wie Herrn Mehdorn zu bedienen!

  • @Meisenkaiser

    Zitat:"Dazu kommen 5,6 Millionen Stunden aus offenen Urlaubsansprüchen. Das entspricht umgerechnet einer Jahresarbeitsleistung von 8500 Vollzeitmitarbeitern."

    Nach Adam Riese sind das 659 Jahresarbeitsstunden pro Vollzeitmitarbeiter! Das sind kaum 40% dessen, was von einer Vollzeitkraft erwartet wird.

    Sollte die Zahl stimmen, ist das angeführte Gehaltsniveau sogar reichlich bemessen. Schöne Verhältnisse bei einem Quasi-Staatsbetrieb.

  • Falls es dem DGB gelingen sollte, mit Hilfe der Arbeitgeber, der Arbeitsgerichte, der sozialdemokratischen Arbeitsministerin und einiger der in Hetzkampagnen geübten Medien ein gewerkschaftliches Vertretungsmonopol, also gewissermaßen einen closed shop, durchzusetzen, dann sollte der DGB am Ende auch so ehrlich sein, sich in FDGB umzubenennen.

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