Lokführer kämpfen um eigene Tarifverträge
Streik macht Pendlern schwer zu schaffen

Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL verursacht massive Blockaden auf Deutschlands Schienen: Vom größten Ausstand in der Geschichte der Deutschen Bahn sind seit Donnerstagmorgen erneut Millionen Pendler und erstmals auch Fernreisende betroffen. Die Bahn versucht dem Chaos mit Notfahrplänen entgegen zu wirken. Doch auf die scheint nicht immer Verlass zu sein.

HB FRANKFURT/MAIN. Nach dem Güterverkehr bestreikt die Lokführergewerkschaft GDL seit 2.00 Uhr auch den Personenfern- sowie den Nahverkehr. Besonders im Osten Deutschlands gebe es massive Behinderungen im Regionalverkehr, sagte ein Bahnsprecher am Donnerstagmorgen. Dort seien nur zehn Prozent der Züge unterwegs. Im Westen ist die Situation für Pendler und Reisende Bahnangaben zufolge etwas besser: Dort fahren etwa 50 Prozent der Regionalbahnen.

Im Fernverkehr seien etwa zwei Drittel der Züge unterwegs. Damit sei der Ersatzfahrplan, mit dem die Bahn einen ausgedünnten Betrieb aufrechterhalten will, wie geplant angelaufen, sagte der Bahnsprecher. Allerdings seien in Berlin einige ICE am Morgen nicht pünktlich abgefahren. Besonders betroffen vom Streik im Fernverkehr seien die IC-Züge. Im S-Bahnverkehr in Stuttgart und in Frankfurt am Main fährt den Angaben zufolge etwa ein Drittel der Züge. In der Berliner Innenstadt verkehrten die S-Bahnen im 20-Minuten-Takt, in den Außenbezirken im 40-Minuten-Takt. In Hamburg fährt die S-Bahn mit 40 Prozent ihrer Leistung.

„Der Streik ist planmäßig angelaufen“, sagte ein Sprecher der Lokführergewerkschaft GDL in Frankfurt. „Trotz Notfallplänen (der Bahn) wird es erhebliche Auswirkungen geben“, sagte der GDL- Bezirksvorsitzende Norbert Quitter in Hamburg. Eine Sprecherin der Gewerkschaft in Frankfurt sagte, es seien nicht alle Züge so unterwegs wie die Bahn sich das in ihrem Ersatzfahrplan vorgestellt habe.

Der Streik im Fern- und Nahverkehr soll 48 Stunden lang bis zum Samstag um 2.00 Uhr dauern. Seit Mittwochmittag haben nach Angaben der Bahn bereits 1000 Lokführer ihre Arbeit im Güterverkehr niedergelegt, der Streik dort soll ebenfalls am Samstagmorgen enden. Die Bahn rechnet bis dahin je nach Region mit unterschiedlichen Störungen. Bundesweit sollen nach dem Notfahrplan bis zu 50 Prozent der Nahverkehrszüge rollen. Um die Streikfolgen zu mildern, will die Bahn rund 500 Busse im Schienenersatzverkehr fahren lassen.

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