Lokführer-Streik
Verkehr normalisiert sich langsam

Erneut hat ein Warnstreik der Lokführer den Zugverkehr bundesweit fast komplett lahmgelegt. Am Samstagmorgen ging auf vielen Strecken nichts mehr. Bald könnte es auch einen umbefristeten Ausstand geben.
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BerlinAls Folge des Lokführer-Warnstreiks sind bei der Deutschen Bahn am Samstagmorgen rund 1000 Züge ausgefallen oder mit langer Verspätung abgefahren. Das teilte ein Bahnsprecher in einer ersten Bilanz mit. Betroffen waren nach seinen Angaben der Regional-, Fern- und Güterverkehr sowie die S-Bahnen. Insgesamt sei der Zugverkehr „stark beeinträchtigt“ gewesen, aber „nicht zum Stillstand gekommen“, fügte er hinzu. Mit Verspätungen sei noch den ganzen Tag zu rechnen. Der erneute Warnstreik hatte den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt. Der Ausstand dauerte von 6 bis 9 Uhr.

Die GDL will ein besseres Tarifangebot von der Bahn erzwingen. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Sie erhebt ihre Forderungen auch für Zugbegleiter und andere Beschäftigte in den Zügen.

In Niedersachsen und Bremen blieben Fernreisezüge in den Bahnhöfen, Reisende mussten Verspätungen in Kauf nehmen. Ausgenommen vom Streik waren dort im Regionalverkehr DB-Konkurrenten wie der Metronom oder die Nordwestbahn. Betroffen war auch die S-Bahn in Hannover.

Vor den Informationsschaltern am Hamburger Hauptbahnhof bildeten sich Menschenschlangen. Das große Chaos blieb jedoch zunächst aus. In Hamburg fuhren die S-Bahnen nach Angaben der GDL, allerdings nur im Zwanzig-Minuten Takt. Bei der Berliner S-Bahn fuhren nur noch einzelne Züge auf Teilstrecken.

In Bayern hatte der Warnstreik ebenfalls beträchtliche Folgen. Zahlreiche Regional- und Fernzüge fielen im Freistaat aus, sagte ein DB-Sprecher. Zudem fuhren nach Bahn-Angaben etwa 20 Prozent der Münchner S-Bahnen nicht. Es könne bis in den frühen Nachmittag hinein dauern, bis sich der Regionalverkehr normalisiere, hieß es. Am Münchner Hauptbahnhof bildeten sich Schlangen an den Schaltern.

Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es Behinderungen. Seit 6 Uhr stehe alles, sagte der stellvertretende GDL-Bezirkschef für Mitteldeutschland, Manfred Ohme.

Bahnkunden müssen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ in den nächsten Wochen mit unbefristeten Streiks rechnen. Die GDL werde voraussichtlich diese Woche entscheiden, eine Urabstimmung über reguläre Streiks abzuhalten. GDL-Sprecher Stefan Mousiol sagte demnach: „Eine Urabstimmung wird zeitnah durchgeführt.“

Eine kostenlose Servicenummer unter 08000-996633 ist nach Bahn-Angaben am Samstagmorgen bis 12 Uhr geschaltet. Zusätzlich gebe es Auskünfte auch unter www.bahn.de/aktuell oder unter m.bahn.de.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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