LTU-Kauf: DBA-Chef fliegt volles Risiko

LTU-Kauf
DBA-Chef fliegt volles Risiko

Als DBA-Chef Hans-Rudolf Wöhrl den mehrheitlichen Kauf des Ferienfliegers LTU bekannt gab, ließ er die Frage unbeantwortet, woher er die Millionen nehme. Aus eigener Kraft kann Wöhrl den deutschen Flugmarkt nämlich nicht aufmischen. Branchenkenner haben einen Verdacht, wer der Gönner ist.

FRANKFURT. Mit einem Paukenschlag und mutigen Angriffen gegen die Lufthansa treibt der DBA-Chef die Konsolidierung im deutschen Luftverkehr voran. „Jetzt greifen wir die Lufthansa auf den Märkten an, wo sie bisher richtig abgezockt hat“, sagte Wöhrl, nachdem er am Freitag die Übernahme der Mehrheit an der Düsseldorfer Ferienfluggesellschaft LTU bekannt gegeben hatte.

Der Nürnberger Unternehmer hat über seine Verwaltungsgesellschaft Intro 60 Prozent an der seit Jahren defizitären LTU übernommen und damit die gesamte Branche überrascht. Bisher stand eine intensivere Kooperation mit dem Marketingpartner Air Berlin auf Wöhrls Wunschliste ganz oben; eigene Akquisitionen schienen angesichts der dünnen Kapitaldecke im Hause DBA unmöglich. Das änderte sich mit dem Einstieg des Gründers der Helios-Kliniken, Klaus Helmig, der seit einer Woche 25,1 Prozent an der DBA hält und Wöhrls Luftfahrt-Offensive finanziell offenbar stärker begleitet als in der Öffentlichkeit vermutet.

Helmig und seine Familie hatten im Vorjahr 94 Prozent der Anteile an den Helios-Kliniken für 1,5 Mrd. Euro an den Gesundheitskonzern Fresenius verkauft. Mit einem kleinen Teil seines Vermögens leiste er sich nun „hobbymäßig“ Beteiligungen, hatte Helmig erklärt.

Wöhrl versicherte zwar, sein neuer Investor habe mit der LTU-Übernahme nichts zu tun und sei erst am Morgen der Pressekonferenz über den Vorgang informiert worden. Branchen-Insider gehen aber davon aus, dass Wöhrls Aktivitäten erst durch den Einstieg Helmigs möglich wurden: „Ohne diese finanzielle Rückendeckung könnte Wöhrl nie ein solch großes Rad drehen“, sagt der Chef eines deutschen Wettbewerbers.

Gemessen am Jahresumsatz von knapp 1 Mrd. Euro, ist die LTU etwa doppelt so groß wie die DBA. Zwar müsse Wöhrl für den 60-Prozent-Anteil an der seit Jahren trudelnden Gesellschaft zunächst kaum finanzielle Mittel aufwenden, hieß es in Branchenkreisen. Wöhrls Risiko sei durch die Übernahme von LTU-Belastungen aber deutlich gestiegen.

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