Luftfahrt in der Krise
Sparpläne der Lufthansa sorgen für Streit

Die am Donnerstag bekannt gewordenen massiven Sparpläne der Lufthansa sorgen in der Luftfahrtbranche für Streit. Denen zu folge möchte die Airline etwa 400 Stellen in der Verwaltung abbauen. Der Konzern reagiert damit auch auf die angekündigten Gebührenerhöhungen von Flughafenbetreibern und der Flugsicherung und entfacht damit eine bereits kontrovers geführte Diskussion neu.

DÜSSELDORF. Die Fluggesellschaften sehen sich im nächsten Jahr in Deutschland Mehrbelastungen von 200 Mio. Euro ausgesetzt – vor dem Hintergrund eines für dieses Jahr prognostizierten Rückgangs bei den Passagierzahlen von rund acht Prozent und bei der Luftfracht von mehr als 14 Prozent.

Mit einem „Appell“ forderte der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) Bundes- und Landesbehörden auf, die geforderten Gebührenerhöhungen nicht zu genehmigen. Lufthansa hatte am Donnerstag in einem Brief von Passage-Vorstand Christoph Franz an die Mitarbeiter angekündigt, in einem Ergebnissicherungsprogramm „Climb 2011“ die Kosten allein im Passagiergeschäft um eineMrd. Euro pro Jahr drücken zu wollen. Um das zu erreichen, sollten unter anderem in der Verwaltung etwa 400 der derzeit 2 000 Stellen abgebaut werden. Zudem müssten auch die Lieferanten des Konzerns einen Beitrag zu dem Einsparungsprogramm leisten, hatte Franz erklärt.

Luftfahrt-Experten aus den Unternehmensberatungen halten die Ziele von Franz für erreichbar. Man müsse sie vor dem Hintergrund sehen, dass die Passage mit 18 Mrd. Euro Umsatz stärkste Konzernsparte der Lufthansa sei. Seit 1991 sei die Kranich-Airline nie gezwungen gewesen, schmerzhafte Schnitte vorzunehmen. Nun alarmiere der dramatische Rückgang der Erträge, heißt es. Dazu müssten auch die „Systempartner“ der Lufthansa, also Airports und Flugsicherung „ihren Beitrag zu Kostensenkung und Arbeitsplatzsicherung leisten“, sagte BDF-Geschäftsführer Michael Engel dem Handelsblatt.

Seine beiden größten Mitglieder, Lufthansa und Air Berlin, greifen das bereitwillig auf. „Wir verfolgen die Gebührendiskussion mit recht großem Unverständnis“, sagte ein Sprecher der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin. Jetzt die Entgelte zu erhöhen, sei „ein völlig falsches Zeichen“.

Marktführer Lufthansa ist vor allem die Gebührenerhöhung an ihrem wichtigsten Flughafen Frankfurt ein Dorn im Auge. Der Betreiber Fraport kassiere dort seit langem höchste Entgelte, sagte ein Sprecher. Damit habe der Konzern wohl in erster Linie seine Expansion im Ausland finanziert, „statt sich um seine Kunden in Rhein-Main zu kümmern“.

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