Luftfahrt-Jahr 2014 Weniger Flugzeugabstürze, mehr Tote

2014 war ein düsteres Jahr für den Flugverkehr: MH370 ist verschwunden, MH17 in der Ukraine abgestürzt. Insgesamt ist die Zahl der Unfälle zwar gesunken, es gab allerdings mehr Todesopfer.
Update: 09.03.2015 - 10:47 Uhr Kommentieren
Vergleichsweise sicheres Transportmittel: Nach Angaben des Verbandes stürzte 2014 jeder 4,347-millionste Flug ab. Quelle: dpa
Flug in die Sonne

Vergleichsweise sicheres Transportmittel: Nach Angaben des Verbandes stürzte 2014 jeder 4,347-millionste Flug ab.

(Foto: dpa)

HongkongDie Zahl der Todesopfer von Flugzeugunfällen ist 2014 deutlich angestiegen - obwohl es insgesamt weniger Abstürze gegeben hat. 641 Menschen starben im vergangenen Jahr bei Unglücken von Passagiermaschinen, wie der internationale Dachverband der Fluggesellschaften Iata am Montag in seinem jährlichen Sicherheitsbericht bekanntgab. 2013 waren es 210 tödlich Verunglückte. Der Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre liegt bei 517.

Dabei seien in die Statistik nicht die 298 Menschen an Bord der über der Ukraine wahrscheinlich abgeschossenen Malaysia-Airlines-Maschine MH17 einbezogen, hieß es. Dies liege daran, dass ein Abschuss nicht als Unfall klassifiziert werde. Das spurlose Verschwinden von Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord über dem Indischen Ozean fließt dagegen in die Zählung ein.

Nach 16 tödlichen Unfällen im Vorjahr lag dieser Wert 2014 bei zwölf. Im Mittel der vergangenen fünf Jahre waren es 19. Nach Angaben des Verbandes stürzte damit nur jeder 4,3-millionste Flug ab - so niedrig lag dieser Wert seit Beginn der Untersuchungen noch nie. 2013 lag die Rate bei jedem 2,4 millionsten Flug.

Iata-Direktor Tony Tyler sagte, insgesamt sei das Fliegen trotz der Unglücke der asiatischen Maschinen sicherer geworden. „Es ist ein Fehler zu glauben, dass das Fliegen in Asien unsicher ist, aber es ist auch naiv zu denken, dass es dort keine Probleme gibt“, sagte er.

Die Luftverkehrsgesellschaften sind in Asien im vergangenen Jahrzehnt stark expandiert, vor allem in südostasiatischen Ländern wie in Indonesien und Malaysia. Das belastete die Luftfahrt-Infrastruktur, unter anderem die Aufnahmefähigkeit der Start- und Landebahnen. Zudem mussten die Gesellschaften um Piloten kämpfen.

Bei drei der letzten zwölf Abstürze waren Düsenflugzeuge beteiligt, in denen auch der Großteil der Opfer saß. Im Dezember war ein AirAsia-Jet mit 162 Menschen an Bord in die Javasee vor Indonesien gestürzt. Im Juli war eine Maschine der Air Algerie in Mali bei schlechtem Wetter abgestürzt: Alle 116 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Bei den neun anderen Unglücken handelte es sich um Flugzeuge mit Turbopropmotor. Unter ihnen war auch eine TransAsia ATR-72-Maschine, die im Juli bei den Penghu-Inseln in der Meerenge von Taiwan abstürzte. 58 Menschen starben dabei. Eine andere TransAsia-Maschine mit Turbomotor war im Februar dieses Jahres abgestürzt, dabei kamen mehr als 40 Menschen ums Leben.

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