Luftfahrt
Neuer Zoff zwischen Lufthansa und Ryanair

Ob „Frankfurt-Hahn“ oder „Hamburg-Lübeck“: Der Billigflieger Ryanair legt die Ortsnamen seiner Ziele gerne etwas weiter aus. Über das neueste Beispiel, Memmingen im Allgäu („München-West“), hat sich die Lufthansa lustig gemacht. Doch Ryanair kennt da keinen Spaß – und geht gerichtlich dagegen vor. Nicht der erste Streit zwischen den beiden Airlines.

rüd/HB MÜNCHEN. Zwischen dem irischen Billigflieger Ryanair und der Lufthansa ist ein Streit um die Bezeichnung der Ryanair-Flughäfen in Deutschland entbrannt. Die Lufthansa hatte dem Konkurrenten in einem Rundbrief vorgeworfen, ländliche Standorte der Airports wie Hahn ungeniert mit dem Namen weit entfernter Metropolen wie Frankfurt zu bewerben.

Dagegen erwirkte Ryanair nach eigenen Angaben vom Dienstag eine Einstweilige Verfügung vor dem Landgericht München, die es Lufthansa verbiete, diese Anschuldigungen zu wiederholen.

Ein Gerichtssprecher bestätigte, dass eine Verfügung erlassen worden sei, konnte sich aber nicht zum Inhalt äußern. Ryanair teilte mit, dem Gericht sei deutlich geworden, dass sich die Fluggesellschaft der Lage ihrer Flughäfen und deren Entfernung zu Großstädten bewusst sei. Die Lufthansa wollte sich am Dienstag zunächst nicht dazu äußern.

Das neueste Flugziel Memmingen im Allgäu bezeichnet Ryanair auch als „München-West“, obwohl der Flughafen mehr als 100 Kilometer von der bayerischen Landeshauptstadt entfernt ist. „Bei Ryanair liegt München im Allgäu“ spotte die Lufthansa daraufhin in der Juni-Ausgabe ihres „Politikbriefs“, der sich an „Entscheider in Politik, Medien und Wirtschaft“ richtet. Ryanair warf der Lufthansa vor, keinen Wettbewerb mit Memmingen (München-West) haben zu wollen.

Ende April hatte Ryanair Memmingen als zehntes deutsches Ziel ins Programm genommen. Im Gesamtjahr erwartet die Fluggesellschaft dort eine halbe Million Passagiere. Ryanair will mit dem neuen Standort vor allem dem Münchner Flughafen Passagiere abjagen.

Die Bezeichnung „München-West“ hatte Ryanair-Chef Michael O’Leary damit begründet, dass er für Fluggäste aus dem Ausland zur geografischen Orientierung wichtig sei. Der Flughafen kann mit einem Shuttle von München erreicht werden, allerdings dauert die Fahrt etwa eineinhalb Stunden.

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