Luftfahrt: Per Hochpreisflieger zum Champions-League-Finale

Luftfahrt
Per Hochpreisflieger zum Champions-League-Finale

Wer sich heute über ein Champions-League-Finalticket freuen kann, erleidet beim Blick auf die Flugpreise nach London das böse Erwachen. Für die Fluggesellschaften sind vermeintliche Wucherpreise aber überlebenswichtig.
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DüsseldorfWoran man das nahende Ende einer Fluggesellschaft erkennen könnte? „Wenn der Vorstand am Revenue Management spart“, sagte einmal eine hochrangige Managerin einer US-Airline. Was sich hinter dem Begriff harmlos klingenden englischen Begriff verbirgt: So viel wie möglich aus jedem Kunden herauszupressen.

Das Champions-League-Finale in London zeigt exemplarisch, wie die Fluggesellschaften den Umsatz in die Höhe treiben. Zwar ist die englische Hauptstadt eines der am häufigsten angeflogenen Ziele in Europa – allein aus Frankfurt heben täglich 14 Lufthansa-Maschinen gen London ab. Doch wer am Tag des Finalspiels auf die Insel reisen will und am kommenden Tag zurück, muss derzeit auf der einfachen Strecke mit 400 Euro für ein Flugticket rechnen. Sonst ist die Verbindung durchaus für die Hälfte oder weniger zu haben. Die Preisexplosion ist für Fans hart, die eine Eintrittskarte für das Finalspiel haben. Doch für die Fluggesellschaften ist es ihr Lebenselixier.

Eine Mischung aus Computersystemen und Bauernschläue der Airline-Mitarbeiter ist für die Preisentwicklung verantwortlich. Bei der Lufthansa gibt es allein in der Economy-Klasse bis zu zehn Buchungskategorien: Sind die günstigen Tickets weg, bleiben die teuren übrig. Der Automatismus sichert, dass bei hoher Nachfrage Umsatz und Gewinn optimiert werden.

„Viele Fluggesellschaften steuern bei extremer Nachfrage aber auch manuell nach“, sagt Rainer Kolisch, Wirtschaftsprofessor an der Technischen Universität München. Für den Gewinn der Fluggesellschaft sei diese Art der Preisgestaltung überlebenswichtig: „Ohne Revenue Management würde die Lufthansa wahrscheinlich im Passagiergeschäft so gut wie gar keinen Gewinn machen.“ Öffentlich sind zumindest Daten für das Jahr 2005, als das Revenue Management zusätzlich über 100 Millionen Euro für die Lufthansa gebracht haben soll.

Kommentare zu " Luftfahrt: Per Hochpreisflieger zum Champions-League-Finale"

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  • Ich denke, das Revenue-Management-Systeme in naher Zukunft Einzug halten werden in allen Lebensbereichen, in denen nur begrenzte Kapazitäten verfügbar sind, z.B. auch im Gesundheitswesen (Krankenhäusern, Arzt- u. Physiotherapiepraxen, usw.) zumindest, was den Privatbehandlungsbereich angeht. Heikel wird es mit der Höchstpreispolitik halt dort, wo der Spaßbereich verlassen wird und Notwendigkeit zu einer Zwangsweisen Verknappung des Angebotes führt. Wobei ich den Besuch eines Fußballspiels eher dem Spaßbereich zuordne, im Gegensatz zu einer notwendigen medizinischen Behandlung. Auslastung der Kapazitäten muss in der heutigen Zeit aber zwingend zur Notwendigkeit erhoben werden!

  • Wenn man das mal zuende denkt, dann wird mir in Zukunft also ein Ticket zu genau dem Preis angeboten werden, den ich mir aufgrund meines bisherigen Kaufverhaltens im Internet noch leisten kann.

    Über Cookies etc. wird sowieso im Hintergrund schon von den Anzeigenwerbern auf meine Aufmerksamkeit für eine Anzeige geboten. Der mit den höchsten Gewinnerwartungen wird mir seine Anzeige zeigen können.
    Natürlich bekomme ich dann nicht das günstigste Angebot gezeigt, sondern genau das, was ich mir voraussichtlich noch leisten werde.

  • ...da hast du Recht, man muß doch den "armen" Hoeneß
    unterstützen. Bayern-Fans, Kopf hoch, ein echter Fan lässt sich doch nicht von paar tausend Euro teuren Flugtickets abschrecken. Der Lufthansa gönne ich es von ganzem Herzen !!!!!

  • Ja und, die Fans brauchen doch das! Geld spielt doch keine Rolle! Was soll der Artikel! Sollen die Leute weinen, dass Fans die überteuerte Karten bzw. Flugtickets kaufen? Hönes haut dann deren Geld zum Fenster raus! Was solls!

  • Was ist dran jetzt so dramatisch? Das Ganze nennt sich Marktwirtschaft.
    Die wirkt übrigens auch, wenn sich zur Urlaubszeit viele ins Auto setzen und damit die Nachfrage nach Benzin erhöhen.

  • und millionen von vollpfosten hocken vor den bildschirmen und kucken ungerührt zu wie politiker aller parteien,die auf steuerzahlerkosten im arragement für 4 - 5 stellige summen nach wembley gekarrt und bespaßt werden und fragen sich nicht ,in wie weit ihre persönliche lage ohne diese schmarotzer,die sich anlasslos auf ihre kosten nen lenz machen,sich verbessern ließe.

    uns seis nur ,daß ein schlagloch weniger vorhanden wäre,schultoiletten benutzbar sind,eltern nicht klassenräume renovieren und so weiter und so fort

    aufwachen ihr fans oder habt ihr alle schon zuviel geköpft

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