Luftfahrtbranche
EU nimmt Lufthansa ins Visier

Die EU-Kartellhüter untersuchen die enge Zusammenarbeit mit United Airlines, Air Canada und Continental Airlines auf den Strecken nach Nordamerika. Falls die Wettbewerbshüter zu einem späteren Zeitpunkt förmliche Verfahren einleiten und ihre Vorwürfe erhärten können, drohen den Unternehmen hohe Bußgelder. Auch British Airways ist betroffen.

BRÜSSEL/FRANKFURT. Die EU-Kartelljäger nehmen die Deutsche Lufthansa und sechs weitere Fluggesellschaften wegen Preisabsprachen auf Nordatlantikstrecken ins Visier. "Die EU-Kartellregeln könnten verletzt werden", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gestern in Brüssel. Falls die Wettbewerbshüter zu einem späteren Zeitpunkt förmliche Verfahren einleiten und ihre Vorwürfe erhärten können, drohen den Unternehmen hohe Bußgelder, im Extremfall bis zu zehn Prozent des Bußgeldes.

Nach der Interpretation der Lufthansa geht es bei der Ankündigung der EU-Kartellhüter vor allem um das neue Nordatlantik-Joint-Venture mit United Airlines, Air Canada und Continental Airlines. Die Zusammenarbeit der vier Linien mit dem Namen "Atlantic Plus Plus" war vor zwei Wochen vom US-Verkehrsministerium vorläufig genehmigt worden. Continental gehört bislang nicht dem von Lufthansa dominierten Zusammenschluss Star Alliance an, will aber nach eigener Ankündigung die konkurrierende Gruppierung Sky Team verlassen. Mit der geplanten Zusammenarbeit wollen die Linien Flugpläne, Preise und Marketing abstimmen.

"Die Ankündigung ist aus unserer Sicht nicht überraschend. Wir kooperieren auf allen Ebenen und sind zuversichtlich, dass die Prüfung zu einem positiven Abschluss kommt. Verzögert wird durch die Prüfung nichts", sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Dagegen geht es nach Darstellung eines Sprechers von Wettbewerbskommissarin Kroes sowohl um die Star Alliance zwischen Lufthansa und United Airlines als auch um die geplante Kooperation "Atlantic Plus Plus". Die Partnerschaft zwischen Lufthansa und den nordamerikanischen Gesellschaften sei "sehr eng", sagte der Sprecher. Die EU-Kommission wolle deshalb prüfen, ob es zu Absprachen "bei den Kapazitäten, beim Flugplan oder bei den Preisen" gekommen sei.

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