Luftfahrtbranche
Kerosinkosten treiben Austrian Airlines in die roten Zahlen

Die von der Lufthansa umworbene Austrian Airlines hat eine Gewinnwarnung ausgegeben. Ein positives Ergebnis sei 2008 nicht mehr erreichbar. Der Grund: die hohen Kerosinkosten.

HB BERLIN. Vielmehr müsse nun von einem Verlust zwischen 70 und 90 Mill. Euro ausgegangen werden, teilte die österreichische Fluggesellschaft am Montagabend in einer Pflichtveröffentlichung mit. Auch die Prognosen für das kommende Jahr seien überholt. Belastbare Ergebnisaussagen für 2009 und die Folgejahre seien derzeit nicht möglich.

Austrian Airlines (AUA) habe erneut Hochrechnungen auf Basis des in den letzten Wochen dramatisch gestiegenen Kerosinpreises gemacht, hieß es. Auf Basis des aktuellen Kerosinpreis- und Dollar-Niveaus werde dabei mit Mehrkosten von 130 Mill. Euro für Kerosin gerechnet. Zwar seien Gegenmaßnahmen eingeleitet worden. Diese könnten die Mehrkosten aber nicht komplett auffangen. AUA glaube nicht, dass der Ölpreis von 130 Dollar und mehr pro Fass mittelfristig auf diesem Niveau bleiben werde. Es sei aber nur schwer abzuschätzen, wann die Preise wieder fielen.

Zudem erklärte die AUA, dem Aufsichtsrat sei am 9. Juni ein Projekt vorgestellt worden, das „weitere Ergebnispotenziale aus der Eigenoptimierung und zusätzliche Potenziale aus einer strategischen Partnerschaft“ ermitteln solle. Ende Juli solle es erste Zwischenergebnisse und Ende September eine detaillierte Handlungsempfehlung geben.

Die staatliche Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) ÖIAG hält knapp 43 Prozent an der AUA. Bisher hat sich die österreichische Bundesregierung gegen eine Privatisierung der AUA ausgesprochen. AUA-Chef Alfred Ötsch hat indes einen Mehrheitsverkauf nicht mehr ausgeschlossen, sollte die Sanierung nicht nachhaltig gelingen. Ötsch galt zuvor als Verfechter eines Alleingangs. Seinen Kurswechsel begründete er mit den stark gestiegenen Treibstoffkosten. Als wahrscheinlichster strategischer Käufer gilt die Lufthansa, die auch Interesse signalisiert hat. Zuletzt hat sich die russische Aeroflot offen für Gespräche über einen Einstieg gezeigt. Als weiterer möglicher Partner gilt Air France-KLM.

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