Luftfahrtbranche
Lufthansa tritt auf die Bremse

Die Lufthansa streicht nach dem überraschenden Gewinneinbruch im dritten Quartal ihre Wachstumspläne zusammen. Damit ist die Branchen-Krise nun auch bei der Kranich-Airline angekommen, die zudem auch durch die Lehman-Pleite belastet wird. Dennoch übernimmt der Konzern in Kürze die Mehrheit an den Fluggesellschaften Bmi sowie Eurowings einschließlich des Billigfliegers Germanwings.

FRANKFURT. Die Lufthansa will angesichts des Ergebniseinbruchs die Kapazitäten im Winterflugplan reduzieren. Statt einer Kapazitätsausweitung von 2,4 Prozent werde man das Angebot um 0,3 Prozent zurückfahren, sagte Stephan Gemkow, der Finanzchef des Unternehmens, gestern in Frankfurt. Auch im kommenden Sommerflugplan stehe de facto eine leichte Kürzung auf dem Plan.

Die Lufthansa hat gestern die eigene Ergebnisprognose kassiert. Statt eines Betriebsergebnisses von 1,4 Mrd. Euro sollen es nun im Jahr 2008 nur 1,1 Mrd. Euro werden. Die Airline hat die Krise im dritten Quartal voll zu spüren bekommen. So konnte zwar der Umsatz noch leicht um 3,7 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro gesteigert werden. Das operative Ergebnis rauschte aber mehr als 50 Prozent auf 279 Mio. Euro in die Tiefe.

In der Passage brach das Ergebnis in den ersten neun Monaten 40 Prozent ein, ohne die mittlerweile konsolidierte Tochter Swiss hätte das Minus 60 Prozent betragen. „Wir hatten mehr erhofft“, sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber. Dennoch zeigten sich Analysten relativ gelassen. Angesichts der aktuellen Turbulenzen sei es nicht überraschend, wenn selbst der Lufthansa-Konzern, der sich in diesem Jahr besser als der Wettbewerb entwickelt habe, seine Prognose kappen müsse, urteilt Michael Bahlmann von M.M. Warburg.

Die Luftfahrtbranche leidet unter der Finanzkrise und ihren Folgen für die Realwirtschaft. Der Weltverband IATA rechnet damit, dass die Airlines in diesem Jahr weltweit einen Netto-Verlust von 5,2 Mrd. Dollar einfliegen werden. Mayrhuber äußerte allerdings die Befürchtung, dass dieser Verlust noch deutlich höher ausfällt.

Dennoch will das Lufthansa-Management nicht mit einem neuen Sparplan reagieren. „Wir vertrauen auf unser laufendes Effizienzprogramm und glauben, dass wir das durch unsere flexiblen Kapazitäten schaffen“, sagte Gemkow.

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