Luftfahrtindustrie
Fluglinien forcieren Kampf um Allianzen

Die Luftfahrtindustrie steckt in ihrer schwersten Krise. Experten erwarten, dass die Branche in diesem und im nächsten Jahr im Schnitt wohl Verluste machen wird. Eine massive Konsolidierungswelle ist angesichts der starken Reglementierung der Branche allerdings nicht zu erwarten - vielen Airlines bleibt als Ausweg nur Allianzen.
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Newark, Frankfurt. Die großen Fluggesellschaften kämpfen erbittert um neue Partner: Mit Continental aus den USA hat nun erstmals eine Airline ihre Partnerschaft gewechselt - vom Skyteam zum Lufthansa-Bündnis Star Alliance. Der nächste Wackelkandidat ist Japans Marktführer JAL. Das Unternehmen ist schwer angeschlagen, aber auch schwer umworben. Bündnispartner American Airlines (AA) will die Japaner in der Allianz Oneworld halten und ist zu einer Kapitalspritze bereit. Doch US-Konkurrent Delta buhlt ebenfalls um die Japaner will sie als Mitglied im Skyteam gewinnen.

Gerade JAL zeigt, wie hart der Kampf zwischen den drei großen Bündnissen mittlerweile geführt wird. So will mit AA eine Gesellschaft einsteigen, die selbst massiv unter der Wirtschaftskrise leidet. Gerade erst hat AMR, die Muttergesellschaft von AA, die Airline mit einem Milliardenkredit der Citibank gestützt. Geld für große externe Engagements ist also eigentlich knapp, doch der Druck enorm. "Im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld wird die Rolle einer Allianz noch wichtiger. Keine Fluggesellschaft alleine kann alle Ecken des Marktes bedienen und dabei profitabel sein", sagt Glenn Tilton, der Chef der US-Airline United.

Kooperationen machen es Airlines leichter, profitabel zu bleiben

Die Luftfahrt steckt in ihrer schwersten Krise. Nachdem die Branche nach Angaben des Weltverbandes Iata bereits im vorigen Jahr einen Milliardenverlust eingeflogen hatte, rechnen die Iata-Experten 2009 mit einem Minus von elf Mrd. Dollar. Auch 2010 wird die Branche im Schnitt wohl Verluste machen.

In anderen Industrien käme bei einer solchen Entwicklung eine massive Konsolidierungswelle ins Rollen. Doch die Luftfahrt ist stark reglementiert, durch Verkehrs- und auch Eigentumsrechte. So darf eine Lufthansa zum Beispiel keine Flüge zwischen Tokio und Bangkok anbieten. Das übernimmt Star Alliance-Partner ANA. Auch der Kauf von Anteilen an ausländischen Airlines ist in der Regel sehr stark begrenzt. Gleichzeitig ist die Luftfahrt allerdings eine so globale Branche wie kaum eine andere. "Wir befinden uns mitten in Europa, wir müssen in einer Allianz sein", sagt Wolfgang Mayrhuber, Chef der Lufthansa.

Lediglich in Europa beginnt sich das Übernahmekarussell zu drehen, auch wenn die Regierungen dabei kräftig mitmischen und der Markt hier nach wie vor alles andere als frei ist. So hat Lufthansa mittlerweile die Schweizer Swiss, die österreichische AUA, die belgische Brussels sowie die britische BMI übernommen.

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  • Es scheint nun ein richtiger Streit zwischen den Airlines und Allianzen zu entstehen. Es wird wirklich Zeit, dass die politisch-rechtlichen bedingungen gelockert werden und der Luftverkehr, wie andere branchen auch, global frei agieren kann. Wenn Martin broughton schon selbst davon spricht, dass Oneworld keine Zukunft hat, wenn der Antrag auf Freistellung mit AA nicht genehmigt wird, dann sehe ich schon heute die KOnsolidierung der verbleibenden 2 Allianzen. Dann wird es nicht globale Merger sondern wohlmöglich eine globale Allianz geben und ob das dann wettbewerbsrechtlich besser ist als ein weltweiter Liberalisierungsschub?!
    bG

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