Luftffahrbranche
Airlines und Flughäfen kämpfen um jeden Cent

Alle paar Jahre streiten sich Flughafenbetreiber und Fluggesellschaften über die Höhe der Gebühren. Und doch ist es dieses Mal anders. Angesichts der seit langem schwersten Branchenkrise in der Luftfahrt fordern immer mehr Experten eine grundlegend neue Lastenverteilung im Luftverkehr.

FRANKFURT. Vor allem die Airlines sollten nach Expertenmeinung gegenüber den anderen Wertschöpfungspartnern besser gestellt werden. "Die Lasten im Luftverkehr sind ungleich verteilt", sagt Guido Haarmann, Leiter der Aviation-Gruppe bei der Beratungsfirma Accenture, und fügt hinzu: "Wenn man sich die Margen der Partner in der gesamten Wertschöpfungskette der Luftfahrt anschaut, dann stehen die Airlines traditionell an der letzten Stelle."

Ein Zustand, der in den Augen des Luftfahrt-Experten endlich geändert werden muss. "Wir brauchen ein neues Verständnis des Wertschöpfungssystems. Auch die Marge eines Flughafens muss in Krisenzeiten sinken dürfen. Die der Fluggesellschaften tun das längst", mahnt Haarmann.

Eine Möglichkeit sei das etwa am Flughafen London Heathrow bereits eingesetzte Modell des "Single Till". Dabei werden alle Erlöse der Flughafenbetreiber bei der Ermittlung der Gebühren berücksichtigt, nicht nur die aus dem reinen Flugbetrieb. "Auch die Erlöse aus den Immobiliengeschäften oder dem Einzelhandel müssen in den Topf kommen, ob nun komplett oder teilweise, das muss man diskutieren", empfiehlt Haarmann. Bislang werden die Erlöse aus den Geschäften der Airports jenseits des Flugbetriebs ausgeklammert. Gerade hier jedoch verdienen die Betreiber einen großen Teil ihres Geldes.

Auch die Fluggesellschaften wittern angesichts der Krise und der Debatte um die Gebührenforderung Morgenluft und setzen sich vehementer denn je für den Ansatz "Single Till" ein. Dieser führe "zu sinkenden Ticketpreisen und damit wieder zu mehr Verkehr und mehr Non-Aviation-Erlösen", heißt es beim Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF). Die Landesregierungen als Genehmigungsinstanzen dieser Entgelte hätten es in der Hand, die Fluggesellschaften in der Krise bei der Sicherung der Arbeitsplätze zu unterstützen, mahnt deren Geschäftsführer Michael Engel.

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