Luftfracht-Kartell: BMW, Continental und Bosch schließen sich Klage an

Luftfracht-Kartell
BMW, Continental und Bosch schließen sich Klage an

Die deutschen Konzerne BMW und Continental klagen ebenfalls gegen die Lufthansa wegen eines mutmaßlichen Luftfracht-Kartells. Die Deutsche Bahn hatte das Verfahren angestrengt und erhält nun breite Zustimmung.
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München/HannoverDer Autobauer BMW und der Zulieferer Continental haben sich der Milliardenklage der Deutschen Bahn wegen eines Luftfracht-Kartells angeschlossen. Sprecher beider Unternehmen bestätigten am Samstag eine vorab veröffentliche Meldung der „Wirtschaftswoche“. Darüber hinaus wollten sich die Sprecher mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Hintergrund sind Preisabsprachen der Lufthansa und weiterer Fluggesellschaften bei Treibstoff- und Sicherheitszuschlägen für Frachtflüge, die bereits vor Jahren aufgeflogen waren. Die EU-Kommission hatte im November 2010 fast 800 Millionen Euro an Bußgeldern verhängt.

Die Lufthansa selbst hatte die Verstöße bei den Wettbewerbshütern gemeldet und wurde deswegen nicht zur Kasse gebeten. Die Deutsche Bahn will nun Ersatz für den Schaden erstreiten, der durch die Absprachen entstanden ist. Der Klage schloss sich auch der Autozulieferer Bosch bereits an. Mit ihrer Tochter DB Schenker ist die Bahn im weltweit hart umkämpften Luftfrachtverkehr die Nummer zwei. Geschädigt sieht sie sich durch Absprachen über Kerosin- und Sicherheitszuschläge.

Die EU-Kommission hatte deshalb bereits im November 2010 Strafen von 800 Millionen Euro verhängt. Weltweit kam es zu Geldbußen von 1,5 Milliarden Euro, in den USA auch zu Haftstrafen. Unabhängig davon macht die Bahn nun ihre zivilrechtlichen Ansprüche gegen die Fluggesellschaften geltend.

In den USA richtet sich die Klage gegen Air France, All Nippon Airways, Cargolux, KLM, Martin Air, Qantas und SAS. Die Klage in Köln richtet sich gegen Air Canada, British Airways, Cargolux, Cathay Pacific, Lufthansa, Japan Airlines, LAN, Qantas, SAS und Singapore Airlines.

Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ zählen zudem die Speditionen Kühne + Nagel und Panalpina zum Kreis der Kläger, so dass sich der geforderte Schadenersatz auf insgesamt bis zu drei Milliarden Euro summiere.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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