Lufthansa, Air Berlin & Co.: Warum Fliegen jetzt nicht billiger wird

Lufthansa, Air Berlin & Co.
Warum Fliegen jetzt nicht billiger wird

Kerosin ist so günstig wie seit Jahren nicht. Das macht das Fliegen für die Airlines günstiger – für die Passagiere bisher nicht. Lufthansa und Co. argumentieren mit Hedging und US-Dollar. Plausibel ist das nicht immer.
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DüsseldorfBei Air Asia gibt es ihn nicht mehr, Virgin Australia hat ihn abgeschafft, Cebu Pacific und Qantas auch: Weil der Treibstoff so billig ist wie lange nicht, verzichten etliche Fluggesellschaften weltweit auf den Kerosinzuschlag. Doch in Deutschland ist keine Abschaffung in Sicht.

Von der Lufthansa heißt es dazu, der gesunkene Ölpreis schlage sich „nur mit zeitlichem Verzug vollständig auf die effektiven Treibstoffkosten bei Lufthansa nieder“. Der Grund dafür liege an der Euro-Schwäche gegenüber dem US-Dollar sowie Preissicherungsgeschäften, sogenanntem Hedging. Zwar gingen die neusten Prognosen von einer niedrigeren Treibstoffrechnung aus, doch der Betrag liege noch „deutlich über den Kosten von vor fünf Jahren“.

Auch Air Berlin bezieht sich auf das Thema Hedging sowie den US-Dollar und weist darauf hin, dass man die Ticketpreise aufgrund des steigenden Wettbewerbs sogar eigentlich erhöhen müsse.

Und von Germanwings heißt es, man erhebe gar keinen Kerosinzuschlag.

Dabei profitieren die deutschen Fluggesellschaften in hohem Maße von dem billigen Kerosin. Grund dafür ist der sinkende Ölpreis. Im Juni kostete ein Barrel noch 114 Dollar (zum derzeitigen Kurs etwa 100 Euro), inzwischen ist der Preis um mehr als die Hälfte zurückgegangen und liegt unter 49 Dollar (etwa 43 Euro). Für den Kerosinpreis ist dies relevant, da der Treibstoff aus Erdöl destilliert wird.

Was für einen Vorteil dies den Fluggesellschaften verschafft, zeigt das Beispiel der Lufthansa. Für das laufende Jahr wird der Treibstoff die größte deutsche Fluggesellschaft rund 5,8 Milliarden Euro kosten – 900 Millionen Euro weniger als 2014. Der Dax-Konzern spart also rund 13 Prozent. Zum Vergleich: 2011 und 2012 hatten die Treibstoffkosten noch bei 7,4 Milliarden Euro gelegen.

Die Lufthansa argumentiert hingegen, dass auch der Betrag im Jahr 2015 „deutlich“ über den Kosten von 2010 liege. Damals lagen die Ausgaben bei fünf Milliarden Euro. Die Fluggesellschaft verschweigt allerdings, dass sich die Zahl der Passagiere seitdem von 91 Millionen auf knapp 105 Millionen im Jahr 2013 erhöht hat. Denn wer mehr fliegt, braucht mehr Sprit. Dementsprechend liegen die Kosten für den Treibstoff automatisch höher – und nicht nur wegen des Öls.

Kommentare zu " Lufthansa, Air Berlin & Co.: Warum Fliegen jetzt nicht billiger wird"

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  • Die interaktive Info-Tabelle "Das sind die größten Airlines der Welt" scheint einen Fehler zu haben.
    Im Artikel selbst steht, dass Lufthansa 2013 knapp 105 Mio Passagiere hatte.
    In der Tabelle der Top 10 wird Lufthansa 2013 mit nur 63,27 Mio Passagieren gerankt.

  • Kerosin ist so günstig wie seit Jahren nicht. Das macht das Fliegen für die Airlines günstiger – für die Passagiere bisher nicht. Lufthansa und Co. argumentieren mit Hedging und US-Dollar.


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    Wenn man aber sich innerhalb der EU umhört....oder mit mehr Aufmerksamkeit die nachrichten und berichte liest....

    so wird überall damit Argumentiert dass der niedriger Ölpreis einen Aufschwung für die EU einbringen wird.

    Weder der VORÜBERGEHENDER niedriger Ölpreis....

    noch DRAGHI´S SCHULDENBERGE werden der EU je einen Aufschwung bringen.

    " MACHER SIND IN DER EU GEFRAGT "...aber es gibt in der EU keine Macher mehr....

    nur BLA-BLA-BLA....und dieses bla-bla-bla wird niemanden helfen.

    EUROPA steuert nicht nur auf Übertriebene neue Schuldenberge die sogar verallgemeinert werden weil jeder Staat mit 20%

    dafür haftet....Europa steuert auf einem Gefährlichen End-Chaos hin !!!!!





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