Lufthansa bietet Internet im Flieger Nur Telefonieren bleibt verboten

Die Lufthansa will 2017 superschnelle Kommunikation im Flugzeugsitz möglich machen. Vom Frühsommer an soll es langsameres Internet auch auf Kurz- und Mittelstrecken geben – kostenlos ist das allerdings nicht.
Auf Kurz- und Mittelstrecken sollen die Passagiere künftig online gehen können. Nur Telefonieren bleibt tabu. Quelle: dpa
Lufthansa

Auf Kurz- und Mittelstrecken sollen die Passagiere künftig online gehen können. Nur Telefonieren bleibt tabu.

(Foto: dpa)

FrankfurtEines stellte Carsten Spohr schon zu Beginn klar: „Telefonieren wird auch künftig nicht erlaubt sein“, sagte der Lufthansa-Chef am Montagvormittag am Frankfurter Flughafen. Es sei der klare Wunsch der Kunden, Telefongespräche zu verbieten. „Wir werden diesem Wunsch entsprechen“, so Spohr. Ansonsten aber soll alles möglich werden, von Streaming-Diensten über Kurznachrichten bis hin zur Mail-Kommunikation.

Timotheus Höttges, der Vorstandschef der Deutschen Telekom, verspricht den Passagieren eine „Qualität wie zu Hause“: „Mit dem neuen System werden bis zu 75 Mbits möglich sein.“ Das neue System – das ist eine Mischung aus LTE-Technologie und Satelliten-Kommunikation. Das System wählt stets die beste Verbindung, über dem Europäischen Festland zum Beispiel das LTE-Netz, über dem Meer die Satelliten-Verbindung. Der Fluggast merkt davon nichts. Höttges verwies auf das LTE-Netz in Europa mit mehr als 300 Sendestationen über Europa verteilt, das der Konzern derzeit aufbaut.

Welche Airlines besonders viel mit Extras verdienen
Milliardengeschäft
1 von 19

Fluggesellschaften profitieren von Zusatzeinnahmen. Das zeigt die Studie „The Car Trawler Yearbook of Ancillary Revenue“ für das Jahr 2014. Dafür analysierte die Idea Works Company die Geschäftsberichte von 130 Airlines weltweit, 63 davon machten Angaben zu Zusatzleistungen. Demnach betrug die Höhe der Zusatzeinnahmen im vergangenen Jahr 38,1 Milliarden Dollar...

Platz 30: Lufthansa
2 von 19

Auch die Lufthansa nimmt Geld für Zusatzleistungen. So betrug der Zusatzumsatz pro Passagier im vergangenem Jahr durchschnittlich 15,41 Dollar. Insgesamt hat die größte deutsche Fluggesellschaft 1,6 Milliarden Dollar mit Zusatzleistungen erwirtschaftet. Allein mit dem Vielfliegerprogramm „Miles and More“ nahm die Lufthansa 90 Millionen Dollar ein, doppelt so viel wie 2013. Von der Spitze ist sie dennoch weit entfernt: Platz 30.

Platz 23: Ryanair
3 von 19

Als Zusatzeinnahmen gelten zum Beispiel Gebühren, die für Gepäck und Plätze mit mehr Beinfreiheit erhoben werden, Vielfliegerprogramme und À-la-carte-Services. Auch Meilenverkäufe, zum Beispiel an Kreditpartner, zählen dazu. Der Billigflieger Ryanair ist geradezu bekannt für kostspielige Fallstricke. 2014 machte Ryanair allein durch Zusatzkosten laut der Studie einen Umsatz von 1,9 Milliarden Dollar. Pro Passagier macht das durchschnittlich um die 21 Dollar.

Platz 21: Easyjet
4 von 19

Auch Easyjet ist ein Billigflieger. Zusätzliche Kosten für „Extra-Wünsche“ wie einen bestimmten Sitzplatz oder aufgegebenes Gepäck schlagen am Ende dennoch zu Buche. So kann ein Flug von Berlin nach Mallorca für 66 Euro ganz schnell teurer werden, zumindest wenn man einen Koffer mitnehmen will. Wer sich diesen Ärger ersparen möchte, kann für eine Jahresgebühr von 170 Dollar Easyjet-Plus-Mitglied. Dafür verspricht die Airline freie Sitzplatzauswahl, spezielle Gepäck-Abgabeschalter, schnellere Sicherheits-Kontrolle und ein schnelleres Boarding. Davon profitiert die britische Fluggesellschaft: Pro Passagier machte Easyjet 2014 einen Zusatzumsatz von 22,49 Dollar. Insgesamt waren das 1,5 Milliarden Dollar.

Platz 15: Virgin America
5 von 19

Besonders geschäftig bei den Zusatzeinnahmen sind auch die Billigfluggesellschaften aus Übersee: 161 Millionen Dollar erwirtschaftete Virgin America 2014 allein durch Zusatzgebühren. Das waren durchschnittlich 24,71 Dollar pro Passagier.

Platz 14: Aer Lingus
6 von 19

Heutzutage müssen Speisen und Getränke an Bord gekauft werden. Auch das füllt die Kassen der Airlines. Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus nahm pro Passagier durchschnittlich 26,19 Dollar ein. Insgesamt kamen 256 Millionen Dollar an Zusatzgebühren zusammen.

Platz 13: Air France/KLM
7 von 19

Air France/KLM erlöste 2014 durchschnittlich 26,40 Dollar an Zusatzgebühren pro Passagier. Insgesamt waren es zwei Milliarden Dollar. Billig-Airlines wie Ryanair und Easyjet hatten mit der Einführung von Zusatzgebühren begonnen, mittlerweile hat fast die gesamte Branche nachgezogen.

Das neue System, ein Hybrid mit dem Namen „European Aviation Network“, soll im Jahr 2017 starten. Lufthansa wird Pilotkunde sein, aber das Netz ist grundsätzlich offen für andere Airlines. Das Potential für Internet über den Wolken sei groß, erklärte Höttges: „25.000 Flüge starten in Europa pro Tag, es fliegen 500 Millionen Passagiere jährlich.“

Lufthansa bietet seit dem vergangenen Jahr bereits auf Langstrecken Wlan an, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom. Diese Technologie basiert aber rein auf Satelliten-Kommunikation. Das Angebot soll ab dem Frühsommer auf die Kurz- und Mittelstrecke ausgedehnt werden – bis das neue Netzwerk steht, allerdings vorerst noch mit einer langsameren Geschwindigkeit.

Lufthansa will die Technologie unter anderem dazu nutzen, dem Passagier personalisierte Zusatzdienste anbieten zu können. „Wenn man zum Beispiel von einer längeren Reise zurückkommt, können Sie noch an Bord Lebensmittel für zu Hause bestellen, um den Kühlschrank zu füllen“, so Spohr. Die Kosten für die Nutzung würden sich nach der gebuchten Ticketklasse, der Strecke aber auch dem Status eines Vielfliegers richten.

Für das neue System müssen die Flugzeuge mit kleinen Antennen am unteren Rumpf ausgestattet werden. Zudem müssen die Systeme in der Kabine aufgerüstet werden. Spohr beziffert die Kosten auf einen sechsstelligen Betrag pro Flugzeug. Eine Gefahr für die Sicherheit an Bord sieht der Lufthansa-Chef nicht. „Das Kommunikations-Netz für die Passagiere ist komplett von dem System für den Flugzeugbetrieb getrennt.“, versichert er.

Startseite

Mehr zu: Lufthansa bietet Internet im Flieger - Nur Telefonieren bleibt verboten

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%