Lufthansa-Billigtochter: Tui greift Eurowings unter die Arme

Lufthansa-Billigtochter
Tui greift Eurowings unter die Arme

Der neue Lufthansa-Billigflieger hat einen ersten großen Kunden gewonnen. Der Reisekonzern Tui will im großen Stil mit Eurowings zusammenarbeiten. Die Tui-Kunden sollen für die Grundlast auf Fernstrecken sorgen.
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FrankfurtDer weltgrößte Reisekonzern Tui schmiedet ein Bündnis mit der neuen Lufthansa-Billigmarke Eurowings. Tui-Urlauber aus Deutschland sollen künftig mit Langstreckenjets der Eurowings zu Urlaubszielen in der Karibik und nach Thailand kommen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstag) berichtet.

Eine Boeing 767 einer ausländischen Tui-Tochter solle dazu samt Besatzung an Eurowings vermietet werden. „Ich kann bestätigen, dass es zu einer größeren Zusammenarbeit kommt“, sagte ein Sprecher von Tui Deutschland am Freitag.

Mit Eurowings versucht sich die Lufthansa an dem Konzept eines Billigfliegers für die Langstrecke. Dazu sollen ab Herbst drei Langstreckenjets zum Einsatz kommen. Zwei Airbus A330 werden laut „FAZ“ wie offiziell bekannt von dem deutsch-türkischen Lufthansa-Ableger Sunexpress betrieben, in dem Boeing-Jet aus dem Tui-Konzern sollen der Zeitung zufolge Beschäftigte der deutschen Tui-Fluglinie Tuifly zum Einsatz kommen.

Das würde die Kosten für die Lufthansa-Tochter Eurowings senken – und dürfte den streikenden Piloten gar nicht gefallen. Das könnte ein Grund sein, warum das Bündnis von Lufthansa und Tui nicht groß bekannt gemacht wurde, mutmaßt die „FAZ“.

Die Lufthansa will mit Eurowings der harten Konkurrenz durch Airlines vom Persischen Golf Paroli bieten. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit geht auch deshalb auf die Barrikaden und bestreikt Lufthansa derzeit zum zwölften Mal. Der Erfolgsdruck auf das Management ist nicht nur deshalb groß: Die Airline stürzte voriges Jahr mit einem Verlust von 732 Millionen Euro tief in die roten Zahlen und strich die Dividende.

Tui hatte im Februar angekündigt, nach der langersehnten Fusion mit der britischen Tochter Tui Travel ihr Airline-Geschäft mit 140 Flugzeugen neu aufzustellen. Die Pläne dafür sollen im Laufe des Jahres ausgearbeitet werden. Intern sind die Pläne nach Aussagen von Insidern schon wesentlich weiter. Aus den fünf Fluglinien Tuifly, Thomson Airways, TuiFly Nordic, Jetairfly und Arkefly solle eine neue Gesellschaft werden, hatten mit den Planungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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