Lufthansa-Chef an Absturzstelle: „Wir helfen nicht nur diese Woche“

Lufthansa-Chef an Absturzstelle
„Wir helfen nicht nur diese Woche“

Lufthansa-Chef Spohr besucht den Ort des Germanwings-Absturzes in den Alpen und verspricht den Angehörigen der Opfer seinen Beistand. Um ein Video, das an Bord aufgenommen worden sein soll, gibt es weiter Verwirrung.
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Seyne-Les-Alpes/MarseilleLufthansa-Chef Carsten Spohr hat den Angehörigen der Opfer des Germanwings-Absturzes zugesagt, dass beide Unternehmen solange wie nötig Hilfe leisten werden. „Wir helfen nicht nur diese Woche. Wir möchten solange helfen, wie Hilfe benötigt wird“, kündigte er bei einem Besuch mit Germanwings-Chef Thomas Winkelmann am Mittwoch in Le Vernet nahe der Absturzstelle in den französischen Alpen an. Zuvor hatten sie am Gedenkort in Le Vernet, einer kleinen Siedlung in unmittelbarer Nähe des Katastrophenortes, einen Kranz niedergelegt.

Nach Angaben eines Sprechers des Germanwings-Mutterkonzerns Lufthansa war auch ein Treffen der beiden Manager mit Helfern am Einsatzort in Seyne-les-Alpes geplant, um ihnen für ihre Arbeit zu danken. Danach sollten sie in Marseille mit Angehörigen der Opfer zusammenkommen.

Konzernchef Spohr dankte allen Einsatzkräften, Helfern und den Menschen im Absturzgebiet erneut für ihre Unterstützung. Er zeigte sich „tief beeindruckt von der Professionalität, der Energie, dem Mitgefühl und der Sympathie“. Die gute Zusammenarbeit mit den französischen Verantwortlichen sei eine große Hilfe für Lufthansa und das Tochterunternehmen Germanwings. Gegen Ende seines Statements in englischer Sprache bedankte sich Spohr ausdrücklich noch einmal bei französischer Bevölkerung und Einsatzkräften auf Französisch.

Zu den am Vorabend bekanntgewordenen neuen Details über die Erkrankung des Copiloten äußerte sich Spohr nicht. Die „Bild“-Zeitung und das französische Magazin „Paris Match“ hatten berichtet, ein solches Video sei auf einem am Absturzort gefundenen Speichermedium entdeckt worden. Laut der „Bild“-Zeitung sind die Aufnahmen stark verwackelt. Einzelne Menschen seien nicht zu identifizieren, es seien aber „Mein Gott“-Rufe in mehreren Sprachen zu hören. Das Video wurde demnach im hinteren Teil des Germanwings-Fliegers aufgezeichnet. Gefunden wurde das Speichermedium laut „Bild“ von jemandem aus dem „Kreis der Ermittler“.

Die französische Justiz hat die Herausgabe des Videos gefordert. „Wenn eine Person ein solches Video besitzen sollte, muss sie es umgehend den Ermittlern übergeben“, erklärte der zuständige Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, am Mittwoch. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liege den Ermittlern kein Video vor, das den Absturz des Airbus A320 zeige.

Auch der Vertreter der Gendarmerie, Jean-Marc Ménichini, bestritt die Angaben der „Bild“ in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN. Die Ermittler hätten die am Absturzort gefundenen Handys noch nicht ausgewertet. Die Geräte würden im Zuge weiterer Untersuchungen an ein spezialisiertes Institut in Rosny-sous-Bois bei Paris geschickt.

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  • die Lufthansa ist am Boden. Das will nur leider noch keiner erkennen. (leider) muss ich jedes Jahr ca 100 mal fliegen. Bisher war es immer beruhigend in ein LH Flugzeug einzusteigen. Meistens sind es eher sehr abenteuerliche Reisen am Ende der Welt. Aber während der letzten Tagen hat sich meine Meinung gegenüber LH etwas geändert. Nicht wegen den Tatsachen, sondern wegen den Aussagen der Verantwortlichen der LH die sich öfters widersprechen. Traurig was aus der LH geworden ist. Vielleicht sind diese "jungle carriers" die ich benutzen muss genauso oder sogar sicherer als sogenannte Elite Carriers die vor nichts scheuen um ein paar Cents zu sparen. Traurig !

  • Korrespondent der Times mit entsprechendem Durchblick die Methoden der Beeinflussung der Masse (die Masse wird in anderen Sprachen auch als Mob bezeichnet) genausestens beschrieben hat, unter Hinweis auf mehr als 2000 Jahren Erfahrung der daran Beteiligten. Schachspieler kennen den Spruch: Wissen ist Macht!

  • @ Herr Queri: Ihre letzten beiden Absätze: "Ich kenne......" usw. entsprechen auch meiner Ansicht! Lesen Sie mal die Kommentare zu meinem Eintrag und Sie werden erkennen, das gegen Dummheit selbst Götter vergebens kämpfen. Im übrigen verweise ich auf Douglas Reed als (vergessener und verdrängter) Buchautor, der schon vor 60 Jahren als pensionierter ehemEuropa-

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