Lufthansa: Der Streik der Unersättlichen

Lufthansa
Der Streik der Unersättlichen

Leere Flughäfen, volle Bahnhöfe – die Lufthansa-Piloten verprellen mit ihren Streiks die besten Kunden. Während das Unternehmen im größten Umbau seiner Geschichte steckt, denken sie vor allem an sich selbst.
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Düsseldorf/FrankfurtKeine langen Schlangen, keine hektischen Telefonate, keine verzweifelten Kleinfamilien - offenbar haben sich die Lufthansa-Kunden mittlerweile an den Streikzustand gewöhnt. Die meisten haben sich im Internet informiert. Am Schalter der Lufthansa am Düsseldorfer Flughafen herrscht heute Totenstille, nur wenige Passagiere sind gekommen, um die wenigen Tickets abzuholen, die heute ausgestellt werden. Drei Tage wollen die 5400 Lufthansa-Piloten streiken. Sie fordern mehr Geld und die Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente. Darum wurden 3800 Verbindungen gestrichen, 425.000 Passagiere sind betroffen.

Claudia Forster, Lena Everding und Caroline Wicke gehören nicht dazu. Während andere im Streik gestrandet sind, können sie ihre Reise nach Nizza antreten. „Wir mussten umbuchen“, erklärt Wicke. „Aber die Lufthansa hat uns dabei unterstützt.“ Gekostet hat die Umbuchung nichts. Nur landen sie jetzt drei Stunden später und können auch während des Flugs nicht beisammen sitzen. 

Am Bahnhof Düsseldorf ist die Stimmung deutlich gereizter. Einige Geschäftsreisende müssen durch den Streik auf den Zug umsteigen - und kommen dadurch in Zeitnot. Umbuchen ist an diesem Tag nur in Ausnahmefällen eine Option. Die Lufthansa verprellt damit auch ihre besten Kunden. Nicht umsonst halten laut einer aktuellen Forsa-Umfrage 74 Prozent Deutschen die Forderungen der Pilotengewerkschaft für ungerechtfertigt und überzogen.

In einem Schreiben an die betroffenen Kunden wirbt Lufthansa-Manager Jens Bischof mit jeder Menge Selbstkritik um Nachsicht. „Unser Anspruch bei Lufthansa ist es, Ihnen als führende Fluggesellschaft einen reibungslosen und hervorragenden Service zu bieten. Diesem Anspruch können wir in den nächsten drei Tagen des Stillstands nicht gerecht werden.“ Doch der Streik - das weiß der Lufthansa-Manager - ist nicht nur für die Passagiere ein Ärgernis. Für die Fluggesellschaft ist es ein Machtkampf - an dessen Ende entschieden sein wird, wie anfällig Deutschlands größte Airline für die Erpressungen von Kleingewerkschaften ist.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit will die Interessen ihrer hochbezahlten Klientel auch zum Schaden des eigenen Unternehmens durchsetzen. „Eine Mogelpackung“ sei das Angebot, schimpft ihr Vertreter Markus Wahl. Die Angebote seien aber immer die gleichen. „Für uns ist Lufthansa klar der Wolf im Schafspelz.“ Notfalls wolle man nach den Osterferien noch einmal die Arbeit niederlegen. „Sollte uns natürlich Lufthansa zwingen, erneut in den Ausstand zu gehen, müssen wir das tun.“

Im Netz sind die Reaktionen eindeutig:

Die Rücksichtslosigkeit ihrer Arbeitnehmer bringt die Lufthansa in die Bredouille: Zwar kostet jeder Streiktag 20 Millionen Euro. Doch die Forderung nach zehn Prozent mehr Gehalt und Beibehaltung der Altersregelungen dürfte noch teurer werden. Denn die hohen Rückstellungen würden die Lufthansa-Bilanz über Jahre belasten. Je niedriger die Marktzinsen, desto mehr Geld muss die Lufthansa für die Altersversorgung zurücklegen. Und die Zinsen sind sehr niedrig.

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  • Wenn man schon in dieser Gehaltsklasse Streiks ( hier sollte man eher von Erpressung sprechen ) anzettelt, sollte man , nach dem Verursacherprinzip , auch für die Kosten aufkommen müssen !

  • @W.Fischer:

    Der Luftwaffe unterstellen ist noch viel zu harmlos!
    Ich kenne da ganz andere Vereine, die würden ganz kurzen Prozess machen mit solchen Volks-Schädlingen (oder hätten ihn gemacht).

    Im Ernst: Soll das ein qualifizierter Beitrag sein?
    Für mich sieht das eher nach Schaum vorm Mund aus.
    Und soviel Wut, dass die Tasten bersten.

  • Wir sind doch alle Experten auf allen Gebieten: keiner kann uns was vormachen, jeder hat ein paar Piloten ("da sind ganz anständige Menschen dabei") im Bekanntenkreis, und im Cockpit kennen wir uns aus (Microsoft Flightsimulator).
    Aber keiner besser als NoOne: "Ein Pilot hat außer Start und Landung kaum etwas zu tun. Dazwischen macht alles der Autopilot, die Piloten schauen via iPad Filme oder zocken."
    Keine Widerrede, er war bei sehr vielen Atlantiküberquerungen dabei, hat Dutzende von Gewittern durchflogen (Kinderspiel), ist nach zwölf Stunden Flug bei Schneetreiben in Calgary gelandet (naja, schon nicht ohne...), und über die Arbeitszeiten (die gar keine sind!) hat er wahrscheinlich eine Dissertation verfasst.

    Was ganz anderes, aber merkwürdiges zum Grübeln:

    Ein Mensch der "Ulysses" oder "Quantenphysik für Fortgeschrittene" liest, macht auf einen Ahnungslosen den Eindruck, er täte nichts, bestenfalls starre er dösend auf ein paar Blätter Papier. Und trinkt nebenher noch Kaffee!


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