Lufthansa
EU-Kommission bremst AUA-Übernahme

Die EU-Kommission will die geplante Übernahme der Austrian Airlines (AUA) durch die Deutsche Lufthansa genauer unter die Lupe nehmen. Einen Monat vor Ablauf der von Lufthansa gesetzten Frist haben die Wettbewerbshüter ein eingehendes Prüfungsverfahren angeordnet.

HB BRÜSSEL/FRANKFURT. Denn die Kommission befürchtet, dass „das Vorhaben auf einigen Strecken zu höheren Preisen und einem verringerten Flugangebot führen könnte“, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch in Brüssel.

Damit kann sich die Entscheidung noch einmal bis zu 90 Tage hinziehen. Lufthansa teilte mit, das Vorgehen der Kommission komme unerwartet. Die Kommission kündigte jedoch an, die enge Zusammenarbeit mit Lufthansa fortzusetzen, um „die noch bestehenden Probleme so schnell wie möglich aus dem Weg zu räumen“.

Für die krisengeschüttelte AUA könnte ansonsten die Zeit knapp werden. Lufthansa hatte die Bedingung gestellt, dass die EU-Kommission bis spätestens 31. Juli grünes Licht für die Übernahme der österreichischen Airline gibt. Daher kann Deutschlands größte Fluggesellschaft den Deal noch platzen lassen.

Nach Angaben der Kommission bestünden derzeit „ernste Zweifel, ob das Vorhaben ohne angemessene Abhilfemaßnahmen mit dem Gemeinsamen Markt vereinbar ist“. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes signalisierte jedoch Optimismus. „Ich hoffe, dass wir in den kommenden Wochen eng mit Lufthansa zusammenarbeiten und gemeinsam Lösungen finden werden, um diese Bedenken rechtzeitig auszuräumen“, sagte die Kommissarin. Die von Lufthansa vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen ließen bereits Lösungen erkennen, wurden von der Kommission jedoch als nicht ausreichend bewertet, um schon jetzt grünes Licht für die Übernahme zu geben, hieß es weiter.

Lufthansa verwies in einer Mitteilung auf die seit Jahren bestehende Zusammenarbeit mit Austrian Airlines. Das Unternehmen sei weiterhin zuversichtlich, die notwendigen Freigaben mit vertretbaren Auflagen zu erhalten, hieß es. Die EU-Kommission kann ihre Entscheidung an gewisse Auflagen, wie etwa die Abgabe von bestimmten Start- und Landerechten, binden. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sagte jedoch laut früheren Angaben der „Süddeutschen Zeitung“, dass er nicht mit großen Auflagen rechne. Außerdem wolle er „eine AUA, aber kein AUA-lein“.

Unklar bleibt weiterhin, wann die Kommission über einen Staatszuschuss in Höhe von 500 Mio. Euro an die AUA entscheidet, der von der Lufthansa ebenfalls als Voraussetzung für die Übernahme des angeschlagenen Unternehmens betrachtet wird. Hierfür ist EU- Verkehrskommissar Antonio Tajani zuständig. Bisher hat die Kommission für diese Entscheidung keinen Termin bekanntgegeben. Am Dienstag hatte Tajani gesagt, er sei „zuversichtlich, dass sie Kommission in den kommenden Wochen eine Lösung findet“.

Lufthansa hatte die hochdefizitäre Austrian Airlines im Dezember vergangenen Jahres zu einem symbolischen Preis von 366 000 Euro gekauft. Erst vor kurzem hatten die EU-Wettbewerbshüter Lufthansa grünes Licht für die Übernahme der belgischen Brussels Airlines und der britischen BMI gegeben. Der deutsche Luftverkehrsriese kontrolliert auch die von Zürich aus tätige Swiss, Air Dolomiti, Eurowings und die Billigfluglinie Germanwings.

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