Lufthansa-Flugbegleiter 43.000 Passagiere von Streiks betroffen

Die Lufthansa hat auch während der zweiten Streikrunde der Flugbegleiter kein Mittel gefunden, um die Folgen des Ausstands abzufedern. Im Gegenteil: Am Dienstag waren weit mehr Passagiere betroffen als am Freitag.
Update: 04.09.2012 - 16:14 Uhr 13 Kommentare

Flugbegleiter erhöhen den Druck auf Lufthansa

BerlinVon dem neuerlichen Flugbegleiterstreik an den Flughäfen Frankfurt, Berlin und München sind mindestens 43.000 Fluggäste der Lufthansa betroffen gewesen. Diese Zahl nannte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstagnachmittag in einer ersten Bilanz. Am Freitag, dem ersten Streiktag, waren es 26.000 Passagiere.

Die Lufthansa -Flugbegleiter weiteten ihren Streik am Dienstag aus. Am Berliner Flughafen Tegel begannen sie nach Angaben eines Sprechers der Gewerkschaft Ufo gegen 05.00 Uhr mit der Arbeitsniederlegung. Eine Stunde später folgte das Kabinenpersonal in Frankfurt am Main, wie Ufo-Sprecher Alexander Behrens am Dienstagmorgen bestätigte.

An beiden Standorten sollte der Ausstand jeweils acht Stunden dauern. Die Lufthansa streicht heute 190 Flüge. Das teilte die Lufthansa auf ihrer Internetseite am Dienstag mit. Rund die Hälfte aller Kurz- und Mittelstreckenverbindungen entfalle, zudem auch einige Langstreckenflüge. Insgesamt standen bei der Lufthansa für den Streikzeitraum von 6 Uhr bis 14 Uhr 370 Flüge im Frankfurter Flugplan. In Berlin entfielen "einige" Flüge, sagte der Sprecher.

Die Airline bietet kostenlose Umbuchungen an. Passagiere mussten sich auf Verspätungen einstellen. Auch nach Abschluss des Streiks seien Einschränkungen im Flugbetrieb zu erwarten, teilte die Fluggesellschaft mit. Es ist der zweite Ausstand innerhalb weniger Tage, mit dem die Gewerkschaft ihre Forderungen in dem völlig verhärteten Tarifstreit durchsetzen will.

Der Ufo-Vorsitzender Nicoley Baublies drohte mit einer flächendeckenden Ausweitung des Streiks, sollte die Lufthansa nicht zu Zugeständnissen an die Gewerkschaft bereit sein. Dem Fernsehsender N24 sagte Baublies: "Sollte diese Arroganz beibehalten werden, dann wird es jetzt aufhören mit diesen zeitlich und vor allem örtlich begrenzten Streiks. Dann werden wir in den nächsten Tagen irgendwann sagen, Deutschland steht still von null bis vierundzwanzig Uhr."

Das Zitat zeigt, dass der Ton in der Tarifauseinandersetzung rauer wird. Lufthansa-Sprecher Klaus Walther warf der Gewerkschaft Ufo seinerseits Arroganz vor. „Ich glaube, es ist ziemlich arrogant, was die Gewerkschaftsführung gegenüber unseren Kunden macht. (...) Das richtet sich gegen die Flugpassagiere und ist unerträglich aus Sicht der Kunden“, sagte er dem Nachrichtensender n-tv. Walther forderte die Flugbegleiter zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

Schon der erste Streiktag kostete Millionen
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

13 Kommentare zu "Lufthansa-Flugbegleiter: 43.000 Passagiere von Streiks betroffen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Heute bleiben die Stewardessen oft im Hotel und packen ihr Butterbrot aus....." Zitat von Joachim Müller Leiter Tarifpolitik UFO!

  • Bullshit, bei meinem letzten Flug mit der LH von Mumbai nach München sprachen die meisten MA des Kabinenpersonals kein DE. Der Service der LH und die Zuverlässigkeit sind inzwschen katastrophal, und das Preis-Leistungsverhältnis passt überhaupt nicht mehr. Ich versuche daher, die LH zu vermeiden (trotz Senator-Status). Daher kam ich letzten Freitag auch mit der Quantas (auch viel besser als die LH) aus Singapur. Dummerweise hatte ich einen Anschluss mit der LH Cityline, der auch nach 4 Stunden Warten annulliert wurde. Folgich werde ich wohl in Zukunft auch auf die Anschlussflüge verzichten und stattdessen mit der Bahn oder dem Auto fahren.

  • Diese Art der Interessendurchsetzung von Splittergewerkschaften ist unsolidarisch und egoistisch. Deren Lohnsteigerungen gehen letztlich zu Lasten der meisten (schlechter bezahlten) Mitarbeiter.

  • Diese Art der Tarifauseinandersetzung gehört Zeit längst in die Mottenkiste. Warum treten Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht gleich mit Schlagstöcken gegeneinander an? Die Gründe sind wohl, dass man die Auseinandersetzung dann ja nicht auf dem Rücken der Gesellschaft austragen kann und die Funktionäre auf beiden Seiten arbeitslos werden.
    Es ist völlig unverständlich, dass eine moderne Gesellschaft dieses zu ihren Lasten gehende (Kundengeißelung, volkswirtschaftlicher Schaden) „mittelterliche“ Gehabe noch toleriert.

  • Der Sinkflug der Lufthansa ist nicht mehr aufzuhalten: Als Vielflieger kennt man die wenigen guten Flugbegleiterinnen ohnehin. Den verbleibenden, unmotivierten, aber gewerkschaftlich gut organisierten Mitarbeiterhaufen sollte man einfach rausschmeissen. Und klar ist auch, dass Kunden wie ich inzwischen die First und Business Class anderer Airlines frequentieren. Mein letzter First Class Flug bei Lufthansa war ein schlechter Witz. Das Personal im Service war kumpelhaft bis vollkommen unkoordiniert. Das Management sollte die Klagen ihrer Kunden ernster nehmen als die Klagen ihrer schadhaften Mitarbeiter. Vor allem sollte man den enstandenen Schaden bei den verantworlichen Gewerkschaftlern einklagen, die sich selbst am wichtigsten nehmen. Meine Lufthansa Aktien waren eine klare Fehlinvestition!

  • Ich fliege regelmässig Fernstrecke mit den genannten Airlines - vielleicht sollten sich auch die treuen Lufthansakunden mal über den Tellerrand wagen und Vergleiche anstellen. Ich bezweifle das Hinz und Kunz sich den völlig überteuerten Service leisten können. Wenn`s ums quatschen geht gibt es ja auch noch Sitznachbarn und Lohndumping kann ich bei der Lufthansa nun beim besten Willen nicht erkennen - das ist eher Volkssport geworden: Jammern auf hohem Niveau

  • Die Veröffentlichung der UFO ist wohl ein schlechter Witz. In der Holzklasse ist der Serivice auf Langstreckenflügen bisweilen unterirdisch. Die Erlebnisse lassen nur den Schluß zu, daß die Lufthansa sehr unterschiedliche und ungerechte Qualitätskriterien ansetzt. Die guten Flugbegleiterinnen müssen häufig genug für zwei oder drei "Kollegen/Kolleginnen" mitarbeiten und mitdenken. Flüge nach RSA werden anscheinend oft als Belohnung eingesetzt. Beim Rückflug hat man es dann mit einer übernächtigten Crew zu tun, die erst zum Frühstück wieder auftaucht. Höhepunkt waren zwei Stewards, die lieber mit Passagieren aus der Partyszene geflirtet haben und schließlich von der Purserin getrennt und in einen anderen Bereich versetzt werden mußten.

    Auch die erste Hilfe stellt die UFO stark überzeichnet dar. Einmal mußte ich miterleben wie eine ältere Passagierin neben mir kollabierte und aus dem Sitz befreit werden mußte. Nach dem Alkoholausschank von zwei randvollen Gläsern Rotwein innnerhalb von 30 Minuten wohlgemerkt. Beide Stewardessen waren körperlich kaum in der Lage die Frau aus dem Sitz zu befreien. Es war ein glücklicher Umstand, daß nicht mehr passiert ist. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Nein für den Streik kann niemand Verständnis haben. Denn an Weihnachten streiken bestimmt wieder die Piloten, an Ostern die Fluglotsen. Die Minilöhner am Flughafen sind dieser Streikgesellschaft letztlich egal. Etwa die Hälfte der Flugbegleiter in der Holzklasse könnte man ruhigen Gewissens auch am Boden lassen.


  • Ich fliege als Vielflieger (Star Alliance God) auf internationalen Strecken zunehmend mit Swiss oder Singapore Airlines, weil der Service und die Zuverlässigkeit deutlich besser sind als bei der LH.
    Auf innerdeutschen Flügen gibt es leider kaum Alternativen, denn die Air Berlin ist auch ein S..haufen und den Service betreffend noch schlechter als die LH.

  • Ich gehöre zu den sogenanten Premiumkunden der LH, weil ich oft und regelmäßig in First und Business CLass und meist auf Langstrecken fliege. Ich kann nur sagen, daß der Service an Bord oft sicherlich gut und dem Flugpreis angemessen ist, sich aber auch LH Flugbegleiter, speziell auf langen Tagflügen aus Asien, gern einmal unsichtbar machen.
    Meine Konsequenz aus dem Streik? Ich fliege in der kommenden Woche mit SAS über Kopenhagen nach Tokio in der Business Class. Ich vermute einmal, daß diese Flüge nun sehr gut gebucht sein werden. Gut gemacht LH Flugbleiter !
    So trägt man mit Sicherheit zum Jobaabau bei.

  • Ich gehöre zu den sogenannten Premium-Kunden der LH, weil ich viel und regelmäßig in First und Business fliege.
    Für meine Reise nach Japan in der kommenden Woche habe ich, wegen des angekündigten Streiks, SAS über Kopenhagen gewählt. In der Business Class. Hier verliert nicht nur die Lufthansa sondern hoffentlich auch einige der streikenden Flugbegleiter. Nämlich mittelfristig Ihren Job.
    Übrigens, auch die hoch motivierten LH Flugbegleiter machen sich während eines langen Tagfluges, speziell aus Asien, gern für längere Zeit unsichtbar.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%