Lufthansa
Flugbegleiter kündigen bundesweiten Streik an

Die Lufthansa hat auch während der zweiten Streikrunde der Flugbegleiter kein Mittel gefunden, um die Folgen des Ausstands abzufedern. 43.000 Passagiere sollen betroffen gewesen sein. Bald werden es noch weit mehr sein.
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Frankfurt/BerlinDie Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo will die Lufthansa bundesweit bestreiken. „Wir werden heute am frühen Abend ankündigen, wann es flächendeckende Streiks geben wird“, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies am Dienstag zu Reuters. Ufo sehe sich dazu veranlasst, da die Lufthansa in dem Tarifkonflikt keinerlei Entgegenkommen gezeigt habe.

Vom jüngsten Ausstand der Flugbegleiter an den Flughäfen Frankfurt, Berlin und München waren am Dienstag mindestens 43.000 Fluggäste betroffen . Diese Zahl nannte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstagnachmittag in einer ersten Bilanz. Am Freitag, dem ersten Streiktag, waren es 26.000 Passagiere.

Am Berliner Flughafen Tegel hatte die Arbeitsniederlegung am Dienstag gegen 5.00 Uhr begonnen. Eine Stunde später folgte das Kabinenpersonal in Frankfurt am Main, wie Ufo-Sprecher Alexander Behrens am Dienstagmorgen bestätigte. An beiden Standorten dauerte der Ausstand jeweils acht Stunden.

Auf ihrer Internetseite teilte die Lufthansa am Dienstag mit, dass rund die Hälfte aller Kurz- und Mittelstreckenverbindungen entfalle, zudem auch einige Langstreckenflüge. Insgesamt standen bei der Lufthansa für den Streikzeitraum von 6 Uhr bis 14 Uhr 370 Flüge im Frankfurter Flugplan. In Berlin entfielen „einige“ Flüge, hieß es.

Nach Berlin und Frankfurt bestreikten die Flugbegleiter am Nachmittag noch den Flughafen in München. Der Ausstand soll von 13.00 Uhr bis Mitternacht dauern.

Lufthansa-Sprecher Klaus Walther warf der Gewerkschaft Ufo Arroganz vor. „Ich glaube, es ist ziemlich arrogant, was die Gewerkschaftsführung gegenüber unseren Kunden macht. (...) Das richtet sich gegen die Flugpassagiere und ist unerträglich aus Sicht der Kunden“, sagte er dem Nachrichtensender n-tv. Walther forderte die Flugbegleiter zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

Der Ufo-Vorsitzender Nicoley Baublies hatte schon am Nachmittag mit einer flächendeckenden Ausweitung des Streiks gedroht - für den Fall, dass die Lufthansa nicht zu Zugeständnissen an die Gewerkschaft bereit sein sollte. Dem Fernsehsender N24 sagte Baublies: „Sollte diese Arroganz beibehalten werden, dann wird es jetzt aufhören mit diesen zeitlich und vor allem örtlich begrenzten Streiks. Dann werden wir in den nächsten Tagen irgendwann sagen, Deutschland steht still von null bis vierundzwanzig Uhr.“

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