Lufthansa gegen Piloten Ein Konflikt ohne Ende

Die Schlichtung im Tarifstreit mit den Lufthansa-Piloten ist beendet. Ob es zu einer Einigung kommt oder neue Streiks drohen, bleibt offen. Warum eine Lösung in dem verfahrenen Konflikt so schwer fällt.
Update: 31.01.2017 - 15:51 Uhr 5 Kommentare
Einige Piloten der Lufthansa wollen endlich eine Lösung, andere wiederum wollen im Tarifstreit umso härter bleiben. Quelle: dpa
Piloten-Demo im November

Einige Piloten der Lufthansa wollen endlich eine Lösung, andere wiederum wollen im Tarifstreit umso härter bleiben.

(Foto: dpa)

FrankfurtEs ist ein Ende ohne ein richtiges Ende. An diesem Dienstag ist die Frist ausgelaufen, die sich Lufthansa und die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit (VC) für die Schlichtung ihres Streits um die Bezahlung der Flugzeugführer von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings gesetzt haben. Die Gespräche in Frankfurt unter Leitung des Schlichters Gunter Pleuger gingen planmäßig zu Ende ohne, dass es zu einer Einigung gekommen wäre. Bis zum 10. Februar muss der Ex-Diplomat Pleuger nun seinen Schlichterspruch formulieren, den wiederum dann beide Tarifpartner akzeptieren müssen.

Für die Passagiere bedeutet das: Sie müssen vorerst weiter bangen. Zwar dürfte bis zur abschließenden Entscheidung über den Schlichterspruch kein weiterer Streik auf Seiten der Piloten drohen. Sollte aber der Kompromissverschlag von Pleuger auf Ablehnung stoßen, könnte es rasch mit der vorübergehenden Streikruhe vorbei sein. Das gilt auch für den Fall, dass der Schlichter sich am Ende außerstande sehen sollte, überhaupt einen belastbaren Kompromiss zu formulieren.

Selbst wenn der Streit um die Entgelte der 5400 betroffenen Piloten tatsächlich geschlichtet werden könnte, ist Ruhe nicht garantiert. Denn es sind mindestens weitere zehn Tarifthemen zwischen der VC und der Lufthansa-Spitze seit vielen Jahren nicht geklärt – darunter etwa die äußerst komplexe und emotional aufgeladene Frage, wie die Ruhestandsregelungen künftig aussehen sollen.

Bleibt also zu hoffen, dass es Pleuger gelingt, wenigstens im Streit um das Entgelt eine Kompromisslinie zu finden. Schon das ist heikel. Lufthansa hatte zuletzt eine Lohnsteigerung von insgesamt 4,4 Prozent über eine Laufzeit von sechs Jahren sowie eine Einmalzahlung angeboten. Die VC fordert dagegen 3,7 Prozent mehr Geld im Jahr rückwirkend ab 2012 – was sich auf ein Gehaltsplus von 20 Prozent summiert.

Für beide Seiten geht es in dem Konflikt um enorm viel. Lufthansa könne ein solches Gehaltsplus nicht akzeptieren, argumentiert der Konzern. „Wir als Lufthansa kommen aus der Phase einer Staatsairline. Mit den Tarifbedingungen aus dieser Zeit, die teilweise noch heute gelten, können Sie im heutigen Wettbewerb nicht mehr bestehen“, hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr gerade erst in einem Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ erklärt.

Das sind die sichersten Airlines der Welt
Platz 20: Air Berlin (Deutschland)
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Die zweitgrößte Airline Deutschlands hat sich in puncto Sicherheit nichts vorzuwerfen, da es seit ihrer Gründung bisher weder einen tödlichen Unfall noch einen Flugzeugverlust gab. Allerdings kam es in den vergangenen Jahren zu mehreren kritischen Zwischenfällen. Für die Top 15 hat es daher mit dem Index 0,025 nicht gereicht.

Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab.

Platz 19: Sichuan Airlines (China)
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Die chinesische Fluggesellschaft wurde 1986 gegründet, die Flotte besteht mittlerweile aus 106 Flugzeugen und bedient vor allem Ziele im asiatischen Raum. Größere Unglücke sind bislang ausgeblieben. Mit einem Index von 0,025 schafft es die Airline in die Top 20.

Platz 18: British Airways (Großbritannien)
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Mit einem Index von 0,020 landet die Fluggesellschaft immerhin in den Top 20. Dabei kommt es bei den Fliegern immer wieder zu Zwischenfällen. So waren jüngst in einem Superjumbo auf dem Weg von San Francisco nach London offenbar giftige Gase ausgetreten. Die Maschine wurde nach Vancouver umgeleitet, konnte ihren Flug aber anschließend fortsetzen.

Platz 17: Delta Airlines (USA)
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Delta gehört zu den größten Fluggesellschaften der Welt. Den letzten Zwischenfall gab es im März 2015, als eine Maschine bei der Landung in New York von der Landebahn rutschte und gegen einen Erdwall prallte. Dabei wurden 23 Passagiere leicht verletzt. Mit einem Index von 0,018 landet Delta Air Lines dennoch in den Top 20.

Platz 16: Air Canada (Kanada)
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Die kanadische Fluggesellschaft landet mit einem Index von 0,018 auf dem 16. Rang. Zuletzt kam es im März 2015 zu einem Zwischenfall bei schlechtem Wetter: Ein Airbus setzte beim Flug von Toronto nach Halifax bei der Landung vor der Landebahn auf. Insgesamt 23 Insassen wurden verletzt.

Platz 15: All Nippon Airways (Japan)
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Auf Rang 15 der sichersten Fluggesellschaften steht All Nippon Airways. Im Jahr 2013 hatte ANA von Air Transport World (ATW) den Preis „Airline of the Year 2013“ erhalten. Nach Triebwerksproblemen im selben Jahr rutschte die Airline vom Spitzenplatz aus der Top Ten. ANA erreicht den Wert von 0,018 – das macht Platz 15.

Platz 14: Virgin Atlantic Airways (Großbritannien)
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Die Flotte der Virgin Atlantic besteht aus 38 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 8,4 Jahren. Jährlich befördert die Airline 5,3 Millionen Passagiere – bisher ohne jeden Absturz. Der Index liegt aktuell bei 0,017.

Das ist richtig, aber auch nur ein Teil der Wahrheit. Denn auch an anderen Stellen leistet sich der Konzern nach wie vor Kosten, die nicht wettbewerbsfähig sind. Das Unternehmen neigte in der Vergangenheit zu einer gewissen Komplexität was Prozesse aber auch Strukturen angeht. Diese Altlasten zu bereinigen dauert immer noch an.

Und so konterte VC-Sprecher Jörg Handwerg die Argumente von Spohr schon mehrfach mit dem Hinweis: „Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa hängt nun wirklich nicht alleine an den Pilotengehältern.“ Und schiebt bei der Gelegenheit gerne süffisant nach, dass zu den weltweit mit am besten bezahltesten Piloten jene von Southwest gehörten, eine erfolgreiche amerikanische Billig-Airline.

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5 Kommentare zu "Lufthansa gegen Piloten: Ein Konflikt ohne Ende"

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  • Pardon, ca. 2 Milliarden nur bei Eurowings. Der Konzernumsatz beträgt 32 Milliarden. Die Pensionsansprüche dürften bei dem Doppelten liegen, hochgerechnet, wobei alle Altlasten noch garnicht erfasst sind! D.h., alle arbeiten, ungefähr, nur für die Pensionsansprüche der Topverdiener.

  • Jetzt der Faktencheck! Bei 20.000 Angestellten und 2 Milliarden Umsatz p.a., sind die Pensionansprüche, nur der Piloten, geschätzt, über durchschnittlich 25 Jahre, ein Kostenfaktor von ca. 10 Milliarden und mehr! Also unbezahlbar!
    Solche Lasten liegen auch auf den staatlichen Haushalten, aller Art. Bye,bye, allesamt! Deshalb wird D abgestoßen, nein, verschenkt!

  • Erst mit AM und gegen die ZB, dann die DB, dann VW, dann die LH, dann die DB (Schiene!), dann der Rest von D ! So siehst die Schmierenkomödie aus! Schmieren, bitte, im wahrsten Sinne des Wortes, zu verstehen ! Deshalb läuft es so rund! Satire, aus!

  • Der Hammer hängt ganz woanders! Die Frühpensionskosten/Kostenstruktur dieser Angestellten sollen auf die Steuerzahler/Vater Staat abgewälzt werden, sobald die LH (Rest der) in die Insolvenz getrieben wurde oder Zwangsverkauf ansteht, wie bei der "lieben" Post!
    Oder vielleicht lassen sich die Beteiligten, einfach, einen Zwangs LH Soli einfallen! In jedem Fall sind die Weichenstellungen von Allen, auch besonders den Politikern, ignoriert worden. D in purer Dekadenz !

  • Es muss an den Akteuren bei den Verhandlungen liegen .Wenn man so lange nichts auf die Reihe bekommt bei Tarifverhandlungen ist man unfähig und die Parteien sollten ihre Leute austauschen

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